News | Geschäftsführung Betriebsrat
17.03.2016

Lufthansa schließt mit Betriebsrat Betriebsvereinbarung

Germanwings-Absturz und Streiks: 2015 war für die Lufthansa kein Zuckerschlecken. Doch nun kommen eher frühlingshafte Nachrichten von der Kranich-Linie. Nicht zuletzt sind sie der Mitarbeitervertretung zu verdanken. Die zeigte in Betriebsvereinbarungen weitgehendes Entgegenkommen.

Betriebsvereinbarung© Coloures-pic /​ fotolia.com

Umstellung des Betriebsrentensystems

Geschäftsführung Betriebsrat. Bodenpersonal und Flugbegleiter stimmten der Umstellung des Betriebsrentensystems grundsätzlich zu. Damit tragen die beiden größten Berufsgruppen die Strategie der Konzernleitung mit. Lufthansa profitiert davon. Sie trägt für die Beschäftigten nicht mehr das Zinsrisiko, sondern zahlt nur noch einen fest definierten Beitrag.

Konflikt mit Piloten

Offen ist einem Bericht von „Zeit Online“ zufolge aber immer noch der Konflikt mit den Piloten. Er hat bislang zu 13 Streiks geführt. Beim Personal sei der Konzern aber weiterhin auf Sparkurs. Mittlerweile sei die Personaldecke so eng, dass dem Unternehmen ein akuter Personalengpass drohe, berichtet der „Spiegel“.

Jets starten nicht

Jets müssen am Boden bleiben. Das wurde in einer Betriebsvereinbarung zwischen Geschäftsführung, Personalvertretung und der Flugbegleitergewerkschaft Ufo beschlossen. 19.000 Bordangestellte sollen dennoch zwischen Ende März und Ende Oktober auf jeweils einen freien Tag im Quartal verzichten.

Freie Tage

Die Beschäftigten könnten den freien Tag entweder im Winter nachholen oder sich diesen auszahlen lassen, berichtet das Magazin. Zugleich soll der Konzern auch die Zahl der maximal möglichen Flugstunden von 87 auf 89 Stunden pro Monat erhöht haben.

Zuschlag auf Stundenlohn für länger arbeitende Mitarbeiter

Noch länger arbeitende Mitarbeiter sollen einen Zuschlag von 60 Prozent auf ihren Stundenlohn erhalten. Darüber hinaus werbe der Konzern bei Beschäftigten in Teilzeit für freiwillige Mehrarbeit. Wer auf einen vollen Monat Freistellung verzichtet, soll mit einem Bonus von 500 Euro belohnt werden.

Reihe von Tiefschlägen in 2015

Lufthansa hat im vergangenen Jahr eine Reihe von Tiefschlägen zu verkraften gehabt. Am 24. März jährt sich der Absturz von Flug 4U9525 der Lufthansa-Tochter Germanwings mit 150 Toten. Hinzukam eine Reihe von Streiks. Trotz allem hat das Unternehmen für seine Bilanzpressekonferenz am kommenden Donnerstag einen stattlichen Gewinn angekündigt.

Satter Gewinn erwartet

Voraussichtlich wird der Vorstandsvorsitzende Carsten Spohr einen operativen Gewinn zwischen 1,75 und 1,95 Milliarden Euro (2014: 1,17 Milliarden Euro) vorweisen können – allerdings noch vor den Streikkosten des letzten Quartals. Analysten gehen von einem Nettogewinn von rund 1,5 Milliarden Euro aus. Zudem wird eine Umsatzsteigerung von zuletzt 30 Milliarden Euro erwartet. Bis einschließlich September lagen die Erlöse der Lufthansa 7,4 Prozent im Plus. Damit dürfte das schlechte Ergebnis von 2014 weit übertroffen werden.

Autor: Friedrich Oehlerking (Friedrich Oehlerking ist erfahrener Journalist und berät Betriebsräte bei ihrer Pressearbeit.)

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