31.08.2017

Luftbefeuchtungsanlagen: Darauf sollten Sie achten

Trockene Luft schadet der Gesundheit und für einige Betriebe erfordert auch der Produktionsprozess eine gewisse Luftfeuchtigkeit, z. B. in der elektrotechnischen Industrie. Deshalb gibt es in vielen Betrieben – und zwar in Produktionsgebäuden und Büros gleichermaßen – Anlagen zur Luftbefeuchtung.

Raumklima Betriebsrat

Geschäftsführung Betriebsrat. Das Raumklima am Arbeitsplatz beeinflusst nicht nur die Produktionsbedingungen, sondern auch die Leistungsfähigkeit und nicht zuletzt die Gesundheit der Beschäftigten. Allerdings können unsachgemäß betriebene Luftbefeuchtungsanlagen zu Gesundheitsgefährdungen führen.

Denn wenn diese nicht oder nicht ausreichend gewartet werden, entwickeln sie sich zu regelrechten Keimschleudern. Diese hohe Keimbelastung kann u. a. zu Infektionen und Allergien führen.

Auf die regelmäßige Reinigung kommt es an

Wichtig beim Betrieb von Luftbefeuchtungsanlagen ist neben dem sachgemäßen Betrieb in erster Linie die regelmäßige Reinigung der Anlagen. Nur dann lässt sich die Keimbelastung im Rahmen halten. Zusätzlich kann es von Zeit zu Zeit nötig werden, noch zu Desinfektionsmitteln zu greifen. In keinem Fall darf die Reinigung der Geräte wegen mangelhaft organisierten Abläufen oder unklaren Zuständigkeiten zu selten durchgeführt werden.

Praxistipp

Es ist ratsam, im Betrieb klar zu regeln, wer für die Wartung und Reinigung zuständig und verantwortlich ist. Außerdem sollten die Details und Intervalle der Säuberung verbindlich festgelegt werden.

Schützen Sie das Wartungspersonal

Besonders die Kollegen, die sich um die Reinigung der Luftbefeuchtungsanlagen kümmern, müssen wirksam vor Gesundheitsgefährdungen geschützt sein. Denn sie kommen mit der (möglicherweise) verkeimten Anlage am engsten und häufigsten in Berührung. Das geht am besten mit einer Gefährdungsbeurteilung vor Aufnahme der Tätigkeit. Je nach Ergebnis muss der Arbeitgeber persönliche Schutzausrüstung zur Verfügung stellen und eine arbeitsmedizinische Vorsorge anbieten.

Gefährdungsbeurteilung muss dokumentiert werden

Die Gefährdungsbeurteilung ist auf Verlangen der zuständigen Behörde vorzuzeigen. Zur Dokumentation gehören:

  • Liste der Tätigkeiten, bei denen Wartungspersonal in Kontakt mit Keimen kommt
  • Informationen zu den vorkommenden Mikroorganismen in Klimaanlagen, ergänzt durch eigene Messergebnisse
  • Informationen zum Hygieneplan (dies können z. B. Wartungspläne nach VDI 6022 sein)
  • Sicherheitsdatenblätter und Informationen zu den eingesetzten Entkeimungsverfahren einschließlich der Dokumentation der Ersatzstoffsuche
  • Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung und Auswahl der Schutzmaßnahmen
  • Dokumentation der Unterweisung und ggf. des Angebots der arbeitsmedizinischen Vorsorge
  • Datum und Unterschrift

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Autor: Silke Rohde (ist Rechtsanwältin & Journalistin sowie Chefredakteurin des Fachmagazins Betriebsrat KOMPAKT.)