13.02.2019

Kurzzeitpflege: Erfahrungsbericht der Gesetzlichen Krankenkassen

Bei der Kurzzeitpflege nach § 39c SGB V handelt es sich um einen Teilleistungsanspruch. Leistungsdauer und -höhe richten sich nach dem Anspruch auf Kurzzeitpflege nach § 42 Absatz 2 Satz 1 und 2 SGB XI. Der Anspruch ist deshalb auf acht Wochen je Kalenderjahr und auf einen Gesamtbetrag von aktuell bis zu 1.612 Euro im Kalenderjahr begrenzt. Dies und anderes ist dem Erfahrungsbericht der Gesetzlichen Krankenversicherung 2018 (Bundestags-Drucksache 19/6933) zu entnehmen, über den vor Kurzem die Bundesregierung den Bundestag unterrichtete.

Kurzzeitpflege

Verschiedene Organisationsformen und Strukturen

Die Kurzzeitpflege wird bundesweit in verschiedenen Organisationsformen und Strukturen erbracht: Überwiegend wird sie in Form flexibel nutzbarer, sogenannter eingestreuter Kurzzeitpflegeplätze in stationären Pflegeeinrichtungen angeboten. Die eingestreuten Pflegeplätze der Pflegeeinrichtung stehen so wahlweise für die Kurzzeitpflege oder die vollstationäre Pflege zur Verfügung. Daneben haben sich eigenständige Organisationsformen der Kurzzeitpflege als sogenannte solitäre Kurzzeitpflegeeinrichtungen und eigenständige Strukturen im Sinne einer solitären Kurzzeitpflege innerhalb einer stationären Pflegeeinrichtung etabliert. Eine Ausnahme bildet die Versorgung mit Kurzzeitpflege im Bundesland Berlin, die ausschließlich in solitären Kurzzeitpflegeeinrichtungen erbracht wird.

Entlassmanagement des Krankenhauses

Die Kurzzeitpflege nach § 39c SGB V kommt insbesondere nach einem Krankenhausaufenthalt in Betracht und wird regelmäßig im Rahmen des Entlassmanagements des Krankenhauses veranlasst. Aus Sicht der Krankenkassen kann der Anspruch nach § 39c SGB V dazu führen, dass die Kurzzeitpflege bei fehlender Pflegebedürftigkeit aus ökonomischen Gründen zum Zweck einer früheren Krankenhausentlassung genutzt wird.

Autor: Werner Plaggemeier (langjähriger Herausgeber der Onlinedatenbank „Personalratspraxis“)