06.04.2016

Kündigung, verhaltensbedingte

Eine verhaltensbedingte Kündigung kommt immer dann in Betracht, wenn der Arbeitnehmer gegen Haupt- oder Nebenpflichten aus dem Arbeitsvertrag verstoßen hat. Die Rahmenbedingungen der verhaltensbedingten Kündigung sind im Kündigungsschutzgesetz geregelt. Nach der Rechtsprechung entscheiden stets die Umstände des Einzelfalls, ob das Verhalten objektiv geeignet ist, eine verhaltensbedingte Kündigung zu rechtfertigen. Die Kündigung aus verhaltensbedingten Gründen ist auch der Hauptanwendungsfall der außerordentlichen fristlosen Kündigung.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Eine verhaltensbedingte Kündigung kann der Arbeitgeber dann in Erwägung ziehen, wenn der Arbeitnehmer eine oder mehrere arbeitsvertragliche Haupt- oder Nebenpflichten verletzt.

  • Die Pflichtverletzung des Arbeitnehmers muss so gravierend sein, dass die Kündigung unter Berücksichtigung der Dauer der bisherigen Betriebszugehörigkeit gerechtfertigt ist. Es muss also eine umfassende Interessenabwägung im Einzelfall vorgenommen werden. Eine erstmalige Pflichtverletzung oder ein Bagatelldelikt reicht in aller Regel nicht aus, um eine verhaltensbedingte Kündigung zu rechtfertigen. Ebenso wenig reicht es aus, dass der Arbeitgeber befürchtet, dass es zu Vertragsverletzungen kommen könnte.

  • Außerdienstliche Verfehlungen des Arbeitnehmers sind in aller Regel nicht geeignet, eine verhaltensbedingte Kündigung zu rechtfertigen.

  • Der Arbeitgeber muss die Tatsachen beweisen, auf die er seine Kündigung stützt.

  • Typische Kündigungsgründe …

Autor: Dr. Martina Rissing

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