News | Geschäftsführung Betriebsrat
12.09.2016

K+S-Betriebsrat setzte Zeichen

Oft nehmen Veranstalter vorher den Mund sehr voll. Nicht so die zur Menschenkette im hessisch-thüringischen Kalirevier letzte Woche. Die Veranstalter sprechen von „beeindruckender Unterstützung“. Über 12.000 Teilnehmer haben eine 13 Kilometer lange Menschenkette gebildet.

Menschenkette im Kalirevier© imaginando /​ fotolia.com

Weithin vernehmbares Zeichen

Geschäftsführung Betriebsrat. Der K+S-Betriebsrat hatte gerufen (Themenwelt Betriebsrat & Personalrat berichtete) – und alle, alle kamen: Mehr als 12.000 Mitarbeiter des Düngemittelunternehmens, Familienangehörige, Freunde und Bewohner des Werratals setzten vergangenen Donnerstag ein weithin vernehmbares Zeichen, für:

  • die Kaliindustrie im Werratal
  • Arbeitsplätze und
  • Solidarität.

13 Kilometer Menschenkette

Sie bildeten eine 13 Kilometer lange Menschenkette. Sie verband die drei K+S-Standorte in Unterbreizbach, Philippsthal und Heringen in den Bundesländern Hessen und Thüringen. Zu der Demonstration hatten der Betriebsrat des Werks Werra und die IG BCE gemeinsam aufgerufen.

Döll überwältigt von großer Teilnehmerzahl

Harald Döll, Vorsitzender des Betriebsrats im Werk Werra und des K+S-Gesamtbetriebsrats, zeigte sich überwältigt von der großen Teilnehmerzahl: „Das ist der lebendige Beweis, dass es hier nicht nur um unsere Arbeitsplätze geht, sondern um die Zukunft der gesamten Region.“ Inzwischen hänge „Wohl und Wehe der Standorte am Wasserstand der Werra und Kurzarbeit droht zum Dauerzustand zu werden“, sagte Döll den „Osthessen News“.

Tag der Ermutigung

In die Begeisterung über die Veranstaltung stimmte auch Michael Vassiliadis, Vorsitzender der IG BCE, ein. „Heute ist ein Tag der Ermutigung. Ein Tag mit einem starken Signal. Und dieses Signal ist ein ganz eindeutiges Ja zum Kalibergbau“, sagte Vassiliadis.

Weltweit beste Arbeitsbedingungen und Umweltstandards

In Deutschland werde unter den weltweiten besten Arbeitsbedingungen und Umweltstandards Kali gefördert. Es seien bereits viele Millionen in den Gewässer- und Umweltschutz investiert worden, so Vassiliadis. Das sei auch weiterhin nötig und möglich, „aber es kann nicht sein, dass wir auf dem Weg dahin einfach dichtmachen und wir keine Lösung finden, ohne die Beschäftigten in Kurzarbeit zu schicken.“

Klare Entscheidungen der Behörden

Im Kalibergbau müsse es rasch und sicher weitergehen. K+S brauche deswegen klare Entscheidungen der Behörden, was zu tun sei. Und: „Die Politik muss sich zum Kalibergbau als einer in Deutschland gewollten Branche bekennen“, forderte der IG-BCE-Vorsitzende.

Stark begrenzte Entsorgungsmöglichkeiten

Wegen ausstehender Genehmigungen und sehr stark begrenzter Entsorgungsmöglichkeiten hat sich die Situation des Werks Werra in den trockenen Sommermonaten weiter zugespitzt. Seit April 2016 sind bis zu 1.000 der insgesamt 4.400 Beschäftigten immer wieder in Kurzarbeit. Deshalb wächst der Druck auf die Behörden. Sie sollen dringend eine Genehmigung für die Entsorgung der anfallenden Produktionsabwässer ausstellen.

Gemeinsamer Kampf

„Wir kämpfen gemeinsam um den heimischen Bergbau – und wir stehen zum Werk Werra“, sagte Norbert Steiner, Vorstandsvorsitzender der K+S Aktiengesellschaft. Das Unternehmen habe von 2011 bis 2015 rund 400 Millionen Euro investiert, um die Umweltsituation an Werra und Weser weiter zu verbessern. „Und in den kommenden Jahren wollen wir noch einmal so viel investieren, um die Entsorgungsfragen an der Werra langfristig zu lösen.“

Autor: Friedrich Oehlerking (Friedrich Oehlerking ist erfahrener Journalist und berät Betriebsräte bei ihrer Pressearbeit.)

Produkte und Veranstaltungen

Produktempfehlungen