News | Geschäftsführung Betriebsrat
27.10.2015

K+S-Betriebsrat lädt zu Krisengipfel Umweltschutz

Der kanadische Konkurrent Potash hat den Übernahmeangriff auf K+S abgeblasen. Die Freude darüber bei Politik und im Unternehmen währt jedoch nicht lange. K+S muss heftige Umweltauflagen erfüllen. Der Betriebsrat sorgt sich um Arbeitsplätze. Jetzt lud er zum Krisengipfel.

© Heiko Küverling /​ fotolia.com

Wohin mit dem Salzabfall?

Geschäftsführung Betriebsrat. K+S fördert in den Kreisen Hersfeld-Rotenburg und Wartburg (Thüringen) Kali.  In beiden fällt Salzabfall an. Er muss entsorgt werden. Teilweise wird er in der Erde versenkt, teilweise in die Flüsse geleitet – eine Belastung für die Umwelt. Sie soll beendet werden. Und damit wird das Ganze zu einer Belastung für die Arbeitsplätze, wie die „Hessenschau“ berichtet.

Krisengipfel: Gefahr für Vier-Stufen-Plan

Danach haben sich Unternehmensleitung und hessisches Umweltministerium auf einen Vier-Stufen-Plan geeinigt. Er sieht ein Ende der Salz-Versenkung zwar erst bis 2021 vor. Jedoch laufe die bisherige Erlaubnis Ende November aus. Ein neuer Antrag sei gestellt. Er liege beim Regierungspräsidium in Kassel – Entscheidung offen. Wird er abgelehnt, werde „es eng“, heißt es in dem Bericht.

Versenkungsstopp gleich Produktionsstopp

Sorgen bereite, dass das, was fortgesetzt werden könnte, um eine umweltverträgliche Produktion zu gewährleisten, unterbrochen wird, zitiert „hr-Info“ Betriebsrat André Bahn. Dann müsste K+S die Produktion drosseln und Mitarbeiter entlassen. Die Werksleitung Werra befürchte das Ende der Produktion, sollte ab Dezember keine Versenkung mehr erlaubt sein.

Bewirtschaftungsplan für die Weser

Ebenfalls Sorgen macht man sich „Hessenschau“ zufolge bei K+S über den Bewirtschaftungsplan für die Weser. Er gibt ebenfalls Umweltziele gleich mehrerer Bundesländer vor. Schlimmstenfalls könne dies ebenfalls zu Lasten der Produktion gehen.

Wer denkt an 4.400 Arbeitsplätze?

Bahn: „Wir reden hier von 4.400 Arbeitsplätzen.“ An die müsse man schließlich auch denken, nicht nur an die Umwelt, fordert der Betriebsrat. Er hofft, noch Einfluss auf die Entscheidungen nehmen zu können. Am Donnerstag kamen auf Einladung des Betriebsrates in Philippstal (Hersfeld-Rotenburg) Konzernleitung sowie die Landräte der betroffenen Kreise Hersfeld-Rotenburg und Wartburg zusammen.

Abhängigkeiten und Wechselwirkungen

Der Betriebsrat informierte laut „Osthessen-news“ die Landräte über Abhängigkeiten und Wechselwirkungen, wasserrechtliche Genehmigungen und Festlegungen der Bewirtschaftsplanung für die Weser. Politisch motivierte Festlegungen von Grenzwerten griffen tief in die Kaliproduktion ein, würden aber keinen Nutzen für die Umwelt entfalten.

Ermittlungen gegen K+S

Zwar geben sich Teile der Politik vor Ort zuversichtlich, das Regierungspräsidium werde „die gegenseitigen Interessen vernünftig“ abwägen. Doch könnte seitens der Justiz hier der Spielraum für eine arbeitnehmerfreundliche Entscheidung zusätzlich eingeengt werden. Wie „Hessenschau“ weiter berichtet, laufen gegen das Kasseler Dax-Unternehmen bereits Ermittlungen: Verdacht auf illegale Abfallentsorgung.

Autor: Friedrich Oehlerking (Friedrich Oehlerking ist erfahrener Journalist und berät Betriebsräte bei ihrer Pressearbeit.)

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