10.10.2019

Krankmeldung: AU-Bescheinigung künftig digital

Die Bundesregierung hat im Rahmen des Dritten Bürokratieentlastungsgesetzes die Einführung einer elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung am 18.9.2019 beschlossen. Der „gelbe Schein vom Arzt“ soll spätestens ab 2021 abgeschafft sein. Für alle gesetzlich Versicherten soll dann die ärztlich festgestellte Arbeitsunfähigkeit (Krankmeldung) digital übermittelt werden. Die Krankenkassen sollen diese Information an den jeweiligen Arbeitgeber weiterleiten.

Arbeitsunfaehigkeitsbescheinigung

Die AU-Bescheinigung in Papierform hat ausgedient

Nach Vorstellung der Bundesregierung soll die Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigung (AU) in Papierform spätestens zum Jahresbeginn 2021 wegfallen. Der „gelbe Schein“, den bisher der behandelnde Arzt dem erkrankten Arbeitnehmer zur Vorlage bei der Krankenkasse und dem Arbeitgeber ausstellt, soll für alle gesetzlich Versicherten entfallen. In Deutschland wurden im vergangenen Jahr nach veröffentlichten Meldungen 77 Millionen Krankschreibungen ausgestellt – analog.

Wie ist der Ablauf?

Stattdessen soll der behandelnde Arzt zukünftig einen Datensatz an die jeweilige Krankenkasse senden. Die leitet die digitale AU-Bescheinigung an den Arbeitgeber weiter. Dem Arbeitgeber wird auch mit der digitalen Krankschreibung keine Diagnose genannt, die übermittelten Daten sind identisch mit denen, die auch auf dem gelben Schein zu sehen sind und sollen verschlüsselt übermittelt werden.

Was wird sich ändern ?

An den Fristen, bis wann der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber die Arbeitsunfähigkeit mitteilen muss, ändert sich nichts. Dies ist nach wie vor „unverzüglich“ zu tun. Die aus der bisherigen Regelung für die Beschäftigten resultierende Pflicht, dass die AU-Bescheinigung nach dem dritten Tag der Arbeitsunfähigkeit beim Arbeitgeber sein muss, dürfte damit für Arbeitnehmer entfallen beziehungsweise nicht mehr in seiner Verantwortung liegen. Allerdings erfährt er auch nicht, ob die Krankmeldung erfolgreich beim Arbeitgeber gelandet ist.

Autor: Werner Plaggemeier (langjähriger Herausgeber der Onlinedatenbank „Personalratspraxis“)