News | Personalrat 08.02.2016

„KitaPlus“: Bund fördert flexiblere Öffnungszeiten

Berufstätige Eltern können künftig mit flexibleren Öffnungszeiten rechnen. Mit dem Programm „KitaPlus“ fördert der Bund ab sofort Kitas sowie Tagesmütter und Tagesväter, die ihre Betreuungszeiten an die Bedürfnisse der Eltern anpassen. In NRW sollen gesetzlich die Öffnungszeiten der Kitas erweitert werden.

"KitaPlus"

Am frühen Morgen, späten Abend, nachts oder an Wochenenden: Berufstätige Eltern können künftig mit flexibleren Öffnungszeiten rechnen. Mit dem Programm „KitaPlus“ werden ab sofort Kitas sowie Tagesmütter und Tagesväter gefördert, die ihre Betreuungszeiten an die Bedürfnisse der Eltern anpassen.

Dabei gehe es nicht darum, dass Kinder länger betreut würden, sie seien lediglich zu anderen Zeiten in der Kita, bei einer Tagesmutter oder einem Tagesvater, betont Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig. Zusammen mit Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles stellte sie das Programm „KitaPlus“ in Berlin vor.

„Bis 2018 werden wir bis zu 100 Millionen Euro dafür in die Hand nehmen“, erklärt Schwesig. Kitas können Fördermittel bis zu 200.000 Euro jährlich bekommen, Tagespflegepersonen bis zu 15.000 Euro. Es liegen bereits 561 Bewerbungen von Kitas und Betreuungspersonen vor, vor allem aus den Bundesländern Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen.

„Die Erwerbstätigkeit von Müttern und Vätern ist das beste Mittel gegen Kinderarmut“, so Schwesig. „Deshalb unterstützen wir Kitas und Kindertagespflegepersonen dabei, ihre bewährte Qualität der Bildung, Betreuung und Erziehung mit flexiblen Angeboten zu ergänzen.“

Bei „KitaPlus“ ist auch die Bundesagentur für Arbeit mit im Boot: In den Jobcentern und Arbeitsagenturen kann die Vermittlung einer neuen Arbeitsstelle gleich mit der passenden Kinderbetreuung verbunden werden.

„KitaPlus“ für mehr und bessere Kinderbetreuung

Viel zu oft würde heute das Durchstarten in einem neuen Job an fehlenden und unpassenden Betreuungsangeboten für die Kinder scheitern: bei Alleinerziehenden, aber auch bei Schichtarbeit oder bei Beschäftigung an Wochenenden. Mehr und bessere Kinderbetreuung auch abseits der üblichen Stunden schaffe hier Chancen, war die Meinung von Bundesarbeitsministerin Nahles zu dem Programm. Aber genauso profitierten die Arbeitgeber und die Gesellschaft insgesamt, weil wir „auf diese Menschen als Fachkräfte nicht verzichten können und wollen“, so Nahles weiter.

Die Familienministerin von NRW will die Öffnungszeiten der Kitas ebenfalls enger auf die Arbeitszeiten der Eltern abstimmen. In einem geänderten Kinderbildungsgesetz sollen die Anfangs- und Schlusszeiten der Kitas ausgeweitet werden.

Autor: Werner Plaggemeier (Werner Plaggemeier ist Herausgeber der Onlinedatenbank „Personalratspraxis“. )