14.09.2016

Kein Unfallschutz im Homeoffice

Wer sich auf dem Weg vom Homeoffice in seine Küche begibt, um dort ein Glas Wasser zu trinken, steht nach Meinung des Bundessozialgerichts nicht unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. BSG, Urteil vom 05.07.2016, Az.: B 2 U 2/15 R

Unfallschutz Homeoffice

Worum geht es?

Arbeitsrecht. Eine Angestellte arbeitete in einem gesonderten Raum im Dachgeschoss ihrer Wohnung an einem Telearbeitsplatz. Sie verließ den Arbeitsraum, um sich in der Küche, die einen Stock tiefer lag, Wasser zu holen. Dabei rutschte sie auf der in das Erdgeschoss führenden Treppe aus und verletzte sich. Die Unfallkasse verneinte einen Arbeitsunfall. Dagegen klagte die Angestellte.

Das sagt das Gericht

Die Klage blieb ohne Erfolg. Nach Meinung des BSG habe sich die Angestellte zum Unfallzeitpunkt nicht auf einem versicherten Betriebsweg befunden. Sie sei auf dem Weg von der Arbeitsstätte zur Küche – und damit in den persönlichen Lebensbereich – ausgerutscht. Diesen Weg habe sie nicht zurückgelegt, um ihre versicherte Beschäftigung auszuüben, sondern um Wasser zum Trinken zu holen. Damit sei sie einer typischen eigenwirtschaftlichen, nicht versicherten Tätigkeit nachgegangen. BSG, Urteil vom 05.07.2016, Az.: B 2 U 2/15 R

Das bedeutet für Sie als Betriebsrat

Informieren Sie Ihre im Homeoffice tätigen Kolleginnen und Kollegen über diese wichtige Entscheidung. Als Betriebsrat vertreten Sie auch die Interessen der Telearbeiter in Ihrem Betrieb, sofern diese Arbeitnehmer im Sinne des § 5 BetrVG sind.

Hinweis: Mitbestimmung bei Telearbeit

Bezüglich der Telearbeiter stehen Ihnen sämtliche Informations-, Mitwirkungs- und Mitbestimmungsrechte zu, die Sie auch in Bezug auf die ausschließlich im Betrieb tätigen Beschäftigten haben.

Autor: Redaktion Mitbestimmung