News | Betriebliches Gesundheitsmanagement
24.02.2015

Kassenbeitrag für betriebliche Prävention

Gesundheit und Gesundheitserhaltung der Belegschaft – sie lohnen sich für jeden Betrieb. Im angepeilten Präventionsgesetz sollen die Kassen verpflichtet werden, jeweils zwei Euro für betriebliche Gesundheitsförderung beizusteuern. Doch schöpfen viele die Möglichkeiten des Betrieblichen Gesundheitsmanagements gar nicht aus. Betriebs- und Werksärzte schlagen Alarm.

Stethoskop auf Tastatur© Oleksiy+Mark /​ Thinkstock /​ iStock

Immer mehr Mitarbeiter immer älter und kränker

Betriebliches Gesundheitsmanagement. Berlin. 24. Februar 2015 – Stress, Dauersitzen, Fehlbelastungen – wer viel arbeitet, tut seiner Gesundheit nichts Gutes. Das wissen viele Unternehmen. Sie wollen die Fitness ihrer Belegschaft mit Sportangeboten im Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) fördern. Denn: Immer mehr Mitarbeiter werden immer älter, leiden immer mehr unter verschiedenen Krankheiten.

Aufschwung der Prävention in den Unternehmen

Das Thema nehme zwar in den Unternehmen einen Aufschwung, sagt Dr. Anette Wahl-Wachendorf, Vizepräsidentin des Verbandes Deutscher Betriebs- und Werksärzte. Jedoch: An einer breiten Akzeptanz fehle es noch.

Deshalb sollten Bewegung und Gesundheit stärker in der Firmenkultur verankert werden. Es müsse erwünscht sein, dass die Beschäftigten auch mal um den Block gehen und sich fit halten. „Das muss klar sein“, so die Betriebsärztin.

Kosten krankheitsbedingter Fehlzeiten

Bereits heute kosten die krankheitsbedingten Fehlzeiten der Mitarbeiter in Unternehmen die Kassen jedes Jahr etliche Milliarden. Im angepeilten Präventionsgesetz sollen die Kassen deshalb dazu verpflichtet werden, jeweils zwei Euro pro Tag für betriebliche Gesundheitsförderung und Maßnahmen in anderen „Settings“ auszugeben. Darauf drängt der Bundesrat. Man müsse damit rechnen, „dass Kassen Ausgaben zur individuellen Verhaltensprävention (…) gezielt zur Mitgliedererhaltung und -gewinnung einsetzen“, heißt es einem Bericht der „ÄrzteZeitung“ zufolge. Nicht verausgabte Mittel sollen Kassen im Folgejahr daher zusätzlich für diese Aufgaben bereitstellen.

Ein Fünftel aller Betriebe fördern Gesundheit

Im Jahr 2013 wurden laut Präventionsbericht des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenversicherungen deutschlandweit rund 10.000 Betriebe bei der Gesundheitsförderung unterstützt – ein Fünftel mehr als im Vorjahr. Die Kassen erreichten damit rund 1,1 Millionen Arbeitnehmer.

Flächendeckende Einführung von BGM-Systemen

Der Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte plädiert in seinem BGM-Leitfaden für die flächendeckende Einführung von BGM-Systemen in kleinen und mittleren Unternehmen. Das sei vor allem ein Umsetzungsproblem. Ein Obstkorb, eine Nicht-Raucherprämie oder ein Marathonlauf mit Kollegen machten noch kein Gesundheitsmanagement.

Bildnachweis: © Oleksiy+Mark / Thinkstock / iStock

Autor: Friedrich Oehlerking (Friedrich Oehlerking ist erfahrener Journalist und berät Betriebsräte bei ihrer Pressearbeit.)

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