News | Personalrat
25.04.2016

Junge Beschäftigte arbeiten oft ohne Pause

Besonders in der Dienstleistungsbranche verzichten junge Beschäftigte (Frauen mehr als Männer) auch an Tagen mit mehr als sechs Stunden Arbeitszeit auf eine Pause. Grund dafür sei die große Arbeitsmenge. Oft lassen sich auch die Arbeitsabläufe nicht in die vorgegebenen Pausenzeitblöcke integrieren. Welche Folgen zieht der Arbeitgeber daraus?

Arbeitsbelastung© Kaspars Grinvalds /​ fotolia.com

Die Auswertung der Jugenderwerbstätigenbefragung 2012 durch das Bundesinstitut für berufliche Bildung (BIBB) und die Bundesanstalt für Arbeitsschutz (BAuA) erbrachte, dass etwa ein Fünftel der Erwerbstätigen im Alter zwischen 18 und 24 Jahren in Deutschland häufig ohne Pause arbeitet. Laut Pressemitteilungen des BIBB und der BAuA verzichteten gerade in der Dienstleistungsbranche junge Beschäftigte auch an Tagen mit mehr als sechs Stunden Arbeitszeit auf eine Erholungsphase. Dieses Ergebnis hätte eine Detailanalyse der Jugenderwerbstätigenbefragung ergeben. Den Verzicht auf die Pause begründet etwa die Hälfte der Befragten mit der zu bewältigenden Arbeitsmenge. Diese und weitere Daten/Fakten fasst die BAuA in dem nun veröffentlichten Faktenblatt „Arbeiten ohne Pause – Verstöße gegen Pausen- und Ruhezeitregelungen von jungen Beschäftigten“ zusammen.

 

Hohes Arbeitspensum verhindert Pause

Arbeitspausen und Ruhezeiten dienen der Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten. Deshalb sind sie gesetzlich geregelt. Dennoch lassen junge Erwerbstätige ihre Pausen häufig ausfallen. Dabei geben Frauen (54 %) häufiger als Männer (43 %) an, aufgrund der Arbeitsmenge auf eine Pause verzichten zu müssen. Darüber hinaus erklärte ein Drittel aller Befragten, dass sich Pausen nicht in ihren Arbeitsablauf integrieren ließen. In der Gruppe der 15- bis 17-Jährigen zeigt sich ein ähnliches Bild. 20 % der befragten Jugendlichen machen häufig keine Pausen – die Hälfte davon ebenfalls aufgrund des Arbeitspensums.

Pausen und Ruhezeiten sind jedoch für die Erholung der Beschäftigten von der Arbeitsbelastung sehr wichtig. Außerdem ermöglichen sie die Teilhabe an sozialen Aktivitäten. Dabei gehört es zu den Fürsorgepflichten des Arbeitgebers, auf die Einhaltung von Erholungszeiten zu achten. Um Pausenzeiten besser in die Arbeitsabläufe zu integrieren, empfiehlt die BAuA Maßnahmen zur Arbeitsorganisation und -gestaltung. Beispielsweise lassen sich Arbeitsabläufe und Arbeitsmenge so mit den Beschäftigten abstimmen, dass sie Pausen und Erholungszeiten auch tatsächlich einhalten können.

Das Faktenblatt „Arbeiten ohne Pause – Verstöße gegen Pausen- und Ruhezeitregelungen von jungen Beschäftigten“ gibt es als PDF auf der Internetseite der BAuA unter www.baua.de/arbeitsbedingungen im Bereich „BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2012“.

Autor: Werner Plaggemeier 

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