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13.11.2015

Jugendstudie: junge Generation will mitgestalten

Das war nicht immer so: Die junge Generation will die Gesellschaft aktiv mitgestalten und interessiert sich für Politik. Das ist eines der Ergebnisse der Shell Jugendstudie 2015 über Einstellungen junger Menschen zwischen 12 und 25 Jahren, die im Oktober 2015 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Jugendstudie©​​​​​ Ingram Publishing /​ Artikelnummer 122423207 /​​​​​​ Thinkstock

Seit 1953 werden alle vier Jahre junge Menschen im Alter zwischen 12 und 25 Jahren nach ihren Einstellungen befragt. Vor wenigen Wochen wurde die 17. Shell Jugendstudie veröffentlicht. Sie zeichnet ein aktuelles Portrait der jungen Generation in Deutschland: Jugendliche und junge Erwachsene stellen demnach hohe Ansprüche an die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, wollen ihre Meinung in die Politik einbringen und sind Zuwanderern gegenüber offen eingestellt.

Jugendstudie zeigt Stimmungswandel

Die an der Studie arbeitenden Forscher stellten einen Stimmungswandel fest. Die Untersuchungen 2010 und 2006 zeichneten das Bild einer auf das eigene Wohl bedachten Jugend. Heute blickt sie mit Sorge und Engagement auf die Welt. So habe die Kriegsangst deutlich zugenommen. Noch vor vier Jahren hatten 44 Prozent der Befragten Angst vor einem Krieg in Europa, heute sind es 62 Prozent.

Familie und Freunde hoch im Kurs

Die Familie hat nach wie vor einen außerordentlich hohen Stellenwert bei der jungen Generation. Mehr als 90 Prozent der Jugendlichen meinen, dass Familie und Kinder gegenüber der Arbeit nicht zu kurz kommen dürfen. Gute Freunde zu haben wird von 97 Prozent der Befragten als wichtig angesehen. Ein ähnlich hoher Wert besteht auch bei der Frage nach einem vertrauensvollen Partner.

Mitentscheiden und Mitgestalten

Der Anteil der Jugendlichen, die sich für Politik interessieren, ist laut Shell-Studie auf 41 Prozent gestiegen. Damit steigt auch die Bereitschaft, sich politisch zu engagieren. Von Parteien halten sie allerdings wenig. Im Ranking finden sich Parteien, Banken, große Unternehmen und auch die Kirchen auf den hinteren Rängen. Besonders wichtig ist den jungen Menschen die Meinungsfreiheit, das Recht zu wählen und die Möglichkeit, sich in Entscheidungen einzubringen. 83 Prozent der befragten Jugendlichen wünschen sich, dass die Belange ihrer Generation in der Politik stärker Berücksichtigung finden. „Jugendliche wollen mitentscheiden, wenn es um ihre Lebenswelt und ihre Zukunft geht.“

Vielfalt anerkennen und respektieren

Die junge Generation ist offen für Zuwanderung. Allerdings spaltet sie sich in der Einstellung in Ost und West. Fast jeder zweite Jugendliche in den neuen Ländern wünscht sich weniger Zuwanderung. Im Westen beträgt der Anteil 35 Prozent. Die Jugendlichen haben weniger Angst vor dem Fremden als vielmehr vor Fremdenfeindlichkeit. Fast jeder Zweite fürchtet sich vor Ausländerfeindlichkeit. 82 Prozent finden den Wert „Die Vielfalt der Menschen anerkennen und respektieren“ wichtig. Nur 29 Prozent fürchten sich vor Zuwanderung.

Perspektiven bieten

Rund 15 Prozent der jungen Menschen in Deutschland zählen sich laut der Studie zu den „Abgehängten“ und sehen keinerlei Perspektive für sich. Karrierechancen und ein hohes Einkommen rangieren weit hinter der Hoffnung auf einen sicheren Arbeitsplatz.

Warum Generation im Aufbruch?

Die beteiligten Wissenschaftler kommentieren die Ergebnisse der 17. Shell-Studie als „bemerkenswert, überraschend und richtungsweisend“. „Die junge Generation befindet sich im Aufbruch. Sie ist anspruchsvoll, will mitgestalten und neue Horizonte erschließen“, sagt

Studienleiter Mathias Albert, Professor an der Universität Bielefeld. Bemerkenswert sei der wachsende Optimismus, mit dem die Jugendlichen in ihre eigene Zukunft blickten. Besonders hervorzuheben seien das wachsende politische Interesse und die weiterhin steigende Bereitschaft zum politischen Engagement.

Für die 17. Shell Jugendstudie wurden mehr als 2.500 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 12 bis 25 Jahren zu ihrer Lebenssituation und zu ihren Einstellungen befragt.

Autor: Werner Plaggemeier 

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