News | Geschäftsführung Betriebsrat
09.09.2016

Institute: Beschäftigung legt weiter zu

Der meteorologische Sommer ist zu Ende – aber die Sonne scheint munter weiter. Mit dem Sommer trübt sich auch die Konjunktur langsam ein – aber am Arbeitsmarkt scheint die Sonne. Fast übereinstimmend verbreiten die Institute Zuversicht. Und das trotz Brexit und Ausländerzustrom.

Positive Entwicklung am Arbeitsmarkt© bluedesign /​ fotolia.com

Beschäftigung und Arbeitslosigkeit

Geschäftsführung Betriebsrat. Beschäftigung rauf, Arbeitslosigkeit runter. Die Marktforschungsinstitute verbreiten fast unisono gute Nachrichten. Die Einstellungsbereitschaft der deutschen Wirtschaft ist sogar noch leicht gestiegen – trotz eingetrübten Konjunkturaussichten, meldet das Beschäftigungsbarometer des Münchner ifo-Institutes.

Trotz Brexit-Sorgen

Im August stieg dessen Index auf 108,7 Punkte nach 108,1 im Vormonat. Insbesondere die Industrie möchte trotz Brexit-Sorgen verstärkt neue Mitarbeiter einstellen:

  • In der Industrie suchen demnach vor allem die Konsumgüter-Produzenten welche.
  • Die Bauwirtschaft boomt. Die Unternehmen wollen den Personalbestand weiter vergrößern.
  • Die Dienstleistungsbranche brummt. Sie verzeichnete zuletzt 2010 eine negative Beschäftigungsdynamik.
  • Im Handel verbesserte sich die Einstellungsbereitschaft ebenfalls, wenn auch nur leicht.

IAB-Arbeitsmarktbarometer

Ganz ähnlich die Nachrichten aus Nürnberg. Das IAB-Arbeitsmarktbarometer hat im August weiter zugelegt. Der Frühindikator des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) stieg gegenüber dem Vormonat um 0,4 auf 103,6 Punkte. Sowohl die Aussichten für die Beschäftigung als auch für die Arbeitslosigkeit verbesserten sich.

Arbeitslose und Beschäftigung

Für das IAB-Arbeitsmarktbarometer befragt die Bundesagentur für Arbeit monatlich alle lokalen Arbeitsagenturen. Komponente A des Barometers gibt eine Vorschau auf die Entwicklung der saisonbereinigten Arbeitslosenzahlen für die nächsten drei Monate, Komponente B auf die Beschäftigungsentwicklung.

Gesamtentwicklung des Arbeitsmarkts

Der Mittelwert aus den Komponenten „Arbeitslosigkeit“ und „Beschäftigung“ bildet den Gesamtwert des IAB-Arbeitsmarktbarometers. Dieser Indikator gibt damit einen Ausblick auf die Gesamtentwicklung des Arbeitsmarkts und bewertet sie auf einer Skala von 90 (sehr schlechte Entwicklung) bis 110 (sehr gute Entwicklung).

Arbeitsagenturen: Arbeitsmarktentwicklung zieht weiter an

„Die Arbeitsagenturen erwarten eine weiter anziehende Arbeitsmarktentwicklung“, sagt Enzo Weber, Leiter des IAB-Forschungsbereichs „Prognosen und Strukturanalysen“. Die Arbeitslosigkeitskomponente des IAB-Arbeitsmarktbarometers liege nach einem Plus von 0,3 Punkten nun mit 100,8 Punkten klar im positiven Bereich.

Fallender Trend bei Arbeitslosigkeit

Der anhaltend fallende Trend bei der Arbeitslosigkeit sei umso beachtlicher, als zugleich immer mehr Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt einträten. Allerdings befänden sich viele von ihnen noch in Asylverfahren und Integrationskursen. Die grundsätzlich gute Entwicklung der Arbeitslosigkeit stütze sich vor allem auf ein abnehmendes Entlassungsrisiko, erklärt Weber.

Beschäftigung weiter auf hohem Niveau

Die Komponente für die Beschäftigung befand sich schon vorher auf außerordentlich hohem Niveau. Sie ist nochmals um 0,3 auf 106,3 Punkte gestiegen. „In vielen Berufen besteht ein hoher Bedarf an Fachkräften“, stellt Weber fest. Durch die starke Zuwanderung und eine zunehmende Arbeitsmarktbeteiligung von Frauen und Älteren könne diese Nachfrage in steigende Beschäftigung umgemünzt werden – bei positivem Trend selbst bei Abschwächung der Konjunktur.

Autor: Friedrich Oehlerking (Friedrich Oehlerking ist erfahrener Journalist und berät Betriebsräte bei ihrer Pressearbeit.)

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