02.11.2018

Höhere Erwerbstätigkeit der Mütter durch Elterngeld

Die Erwerbstätigkeit der Mütter während der ersten Lebensjahre eines Kindes ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Das ergibt eine Studie, über die Anfang Oktober 2018 in der Presse berichtet wurde. Eine Ursache hierfür ist das Elterngeld, das in der Variante „Elterngeld-Plus“ nach Angaben der Bundesregierung immer beliebter werde.

Elterngeld

„Elterngeld-Plus“ wird immer beliebter

Elternzeit in Anspruch zu nehmen, hängt auch von den finanziellen Begleitumständen bei den Eltern ab. Dabei spielt das Elterngeld eine besondere Rolle. Die Variante „Elterngeld-Plus“ wird bei dieser finanziellen Leistung des Staates offenbar immer beliebter. So war schon vor geraumer Zeit zu lesen, dass sich im letzten Jahr 28 Prozent der Eltern für „Elterngeld-Plus“ entschieden hätten. Das seien doppelt so viele Eltern gewesen wie direkt nach Einführung der Variante zum 1.7.2015. Am häufigsten genutzt wurde das Angebot in Thüringen. Dort hätten sich 38,5 Prozent der Väter und Mütter, die Elterngeld beantragten, für die Plus-Variante entschieden. In Rheinland-Pfalz waren es 36,6 Prozent und in Bremen 34,2 Prozent.

Anstieg der Erwerbsbeteiligung der Mütter

Wie die Bundesregierung mitteilte, reduziere das Elterngeld das Armutsrisiko von Familien um fast zehn Prozent (Antwort auf eine Kleine Anfrage einer Bundestagsfraktion – Drucksache 19/3533). Es trägt aber auch dazu bei, dass sich die Erwerbstätigkeit von Müttern ab dem zweiten Lebensjahr ihres Kindes erheblich gesteigert hat. Denn im Vergleich zum Sachstand 2007 habe sich die Erwerbsbeteiligung der Mütter bis zum Jahr 2017 um zehn Prozentpunkte, im dritten Lebensjahr des Kindes sogar um 15 Prozentpunkte erhöht. Das ergebe sich aus einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), wie der Bonner Generalanzeiger am 1. Oktober 2018 berichtete.

Waren 2006 noch 22,5 Prozent aller Mütter im ersten Lebensjahr des Kindes berufstätig, seien es 2017 nur noch 9,2 Prozent gewesen, heißt es in der Studie. Dagegen sei der Anteil der erwerbstätigen Mütter im zweiten Lebensjahr von 34,6 Prozent (2006) auf 44 Prozent (2017) gewachsen. Im dritten Lebensjahr betrug die Erwerbstätigkeitsquote 60,1 Prozent (2017) zu 44,1 Prozent (2006).

Autor: Werner Plaggemeier (langjähriger Herausgeber der Onlinedatenbank „Personalratspraxis“)