Lexikonstichwort | Beitrag aus „Mitbestimmung von A-Z“ 08.04.2016

Haftung des Arbeitnehmers

Der Begriff der Arbeitnehmerhaftung umfasst alle arbeitsrechtlichen Ansprüche, die der Arbeitgeber gegen den Arbeitnehmer stellen kann, wenn eine Verletzung der Pflichten aus den betrieblichen Tätigkeiten gegeben ist. Im Wesentlichen beurteilen sich diese Haftungsfragen nach dem allgemeinen Zivilrecht, jedoch wurden im Arbeitsrecht besondere Haftungskriterien entwickelt.

Pflichtverletzung

Nach § 611 BGB ist der Arbeitnehmer, der auf der Grundlage eines Arbeitsvertrags mit dem Arbeitgeber ein Arbeitsverhältnis eingeht, zur Leistung der versprochenen Dienste verpflichtet. Der Arbeitnehmer schuldet also nicht die Herstellung eines bestimmten Arbeitsergebnisses, er haftet auch nicht für eine zu geringe Arbeitsleistung, wenn er seine individuelle Normalleistung erbracht hat, wenn er also so gearbeitet hat, wie er dies bei angemessener Anspannung seiner individuellen Kräfte und Fähigkeiten konnte. Der Arbeitnehmer muss folglich die geschuldete Arbeitsleistung vertragsgemäß erbringen, dabei muss er die Grundsätze von Treu und Glauben (§ 242 BGB) sowie die Verkehrssitte beachten. Hieraus folgt zweierlei:

  • Der Arbeitnehmer muss seine Arbeitspflicht in einer dem Arbeitsvertrag angemessenen Art und Weise erfüllen und

  • der Arbeitnehmer hat im Rahmen seiner Treuepflicht das Interesse seines Arbeitgebers zu beachten, d.h. er darf bei der Erfüllung der Vertrags-(Arbeits-)pflicht dem Arbeitgeber keinen Schaden zufügen (sog. „Interessenwahrungspflicht“).

Schlechtleistung des Arbeitnehmers bedeutet,…

Autor: WEKA Redaktion

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