News | Personalrat
16.02.2015

Gesamtpersonalrat Rathaus Stuttgart verhindert Geschirrspülen

Alle Teller stehen still, wenn … ja, wenn der Gesamtpersonalrat im Stuttgarter Rathaus das will. Vor allem dann, wenn im Rathaus aus besonderem Anlass angestoßen werden soll. Danach bleiben vorerst Sektgläser, Messer und Gabel ungewaschen. Der Grund: zu wenig Personal. Das Kantinenpersonal stehe für derlei Dienste nicht zur Verfügung, sagt der Gesamtpersonalrat. Die Hausherren sind uneinig. Die SPD hat Verständnis, die Grünen schon weniger. Man will sich jetzt zu Gesprächen treffen – Ausgang ungewiss.

Gesamtpersonalrat Rathaus Stuttgart verhindert Geschirrspülen© Paul Michael Hughes /​ Thinkstock /​ iStock

Ausnahme für Rosenmontag

Stuttgart. 16. Februar 2015 – Die gute Nachricht für alle Jecken vorweg: Für den Empfang das Festkomitee der Karnevalisten im Rathaus am heutigen Rosenmontag und den Kinderfasching hat Personalratschef Markus Freitag eine Sondergenehmigung erteilt. Für den üblichen Umtrunk von Funktionären vor dem Faschingsumzug am Dienstag auch – aber dann greift einem Bericht der „Stuttgarter Nachrichten“ zufolge wieder die Spülsperre des Personalrats.

Der fällt derzeit schon eine Reihe von Veranstaltungen im Rathaus zum Opfer. So muss künftig der traditionelle Umtrunk oder Ständerling jeweils danach wahrscheinlich ausfallen. Grund: Es ist nicht sichergestellt, dass Gläser, Teller und Besteck gespült werden. Wer den Brauch nicht verwesen lassen will, muss Geschirr für Umtrunk oder Ständerling selbst mitbringen und hernach andernorts spülen.

Gesamtpersonalrat: Personaldecke zu dünn

Eine voll funktionsfähige Spülstraße in der Rathauskantine im vierten Obergeschoss kann nicht genutzt werden. Mit ihr ließe sich der Abwasch leicht bewältigen. Doch der Gesamtpersonalrat der Stadt unter Regie von Markus Freitag hat es verboten. Grund: Mitarbeiter der Kantine könnten nicht zu Zusatzarbeit herangezogen werden. Die Personaldecke sei zu dünn.

Geschirr mitbringen – und dreckig wieder mitnehmen

Nicht einmal andere Mitarbeiter im Rathaus dürfen dem Zeitungsbericht zufolge die Spülmaschine bedienen. Externe Gastgeber werden so gezwungen sein, ihr Geschirr ins Rathaus mitzubringen und im schmutzigen Zustand wieder mitzunehmen. Die SPD traf es bei ihrem Empfang vor kurzem als erstes. Die Kosten der Veranstaltung seien zwei- oder dreimal so hoch wie früher, zitiert der Bericht Fraktionschef Martin Körner.

Betroffen wären allein bis Ende Juli rund 20 weitere Veranstaltungen, für die Spüldienste nötig wären. Darunter sind der Frühjahrsempfang der Grünen, Ausstellungseröffnungen, Ehrungen von Blutspendern und Sportmeistern oder Empfänge im Zusammenhang mit dem Evangelischen Kirchentag im Sommer.

Widerspruch SPD zu Grünen

Körner könne nachvollziehen, dass der Gesamtpersonalrat das Kantinenpersonal nicht über Gebühr belasten wolle. Verwaltungsbürgermeister Werner Wölfle (Grüne) sehe demgegenüber keinen Stellenmangel.

Treffen am Donnerstag geplant

An diesem Donnerstag wollen Wölfle und Freitag noch mal versuchen, das Problem zu lösen. Die „Stuttgarter Nachrichten“: „Ausgang ungewiss.“

Autor: Friedrich Oehlerking 

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