11.08.2021

Gemeinsame Ziele um den Arbeitsmarkt nachhaltig zu stabilisieren

Die Corona-Pandemie wirkt sich seit eineinhalb Jahren massiv auf Alltag und Lebenssituation aller Menschen weltweit aus. Auch das Arbeitsleben hat sich in großem Ausmaß verändert. Die Pandemie hat Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern verschärft und soziale Sicherungssysteme einem enormen Belastungstest ausgesetzt. Eine der größten Folgen ist die Zunahme von Telearbeit und Plattformbeschäftigung, auch das Thema Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz ist in den Fokus gerückt. Für viele Unternehmen bedeutete die Umsetzung der Hygienemaßnahmen eine große Herausforderung.

Coronaauswirkungen

Diskussionsrunde der Arbeitsminister und Arbeitsministerinnen

Am 23. Juni haben sich daher die G20-Arbeitsminister und -ministerinnen im italienischen Catania getroffen, wo sie diese Themen diskutiert und entsprechende Vereinbarungen getroffen haben. Auch Bundesarbeitsminister Hubertus Heil nahm an dem gemeinsamen Treffen der G20-Bildungs- und Arbeitsministerinnen und -minister teil.

Frauen sind doppelt belastet

Frauen sind von der Pandemie im besonderen Maße betroffen. Zum einen durch die doppelte Belastung durch Homeoffice bei gleichzeitiger Betreuung der Kinder im Homeschooling, zum anderen durch den hohen Anteil an Frauen im überlasteten Gesundheitswesen, insbesondere in den Pflegeberufen, aber auch im Einzel- und Lebensmittelhandel; sie waren dem Infektionsrisiko am stärksten ausgesetzt. Obwohl Frauen in der Pflege unverzichtbare Arbeit leisten, werden sie schlecht bezahlt. Dieses Problem ist gerade jetzt deutlich geworden. Im Rahmen des G20-Treffens der Arbeitsminister und Arbeitsministerinnen wurde zudem deutlich, dass dies kein nationales, sondern ein grenzüberschreitendes Problem ist, das gemeinsam angegangen werden muss.

Menschenwürdige Arbeit

Während des Treffens vereinbarten die Arbeitsministerinnen und -minister in ihrer Erklärung, sich für bessere und gerecht bezahlte Arbeit für Frauen einzusetzen, die internationale Zusammenarbeit zu stärken, um menschenwürdige Arbeit für alle Beschäftigten entlang globaler Lieferketten sicherzustellen, und Lücken in ihren sozialen Sicherungssystemen zu schließen. Ein weiterer Themenschwerpunkt während der G20-Gespräche war die Problematik „Übergang von der Schule in den Beruf“. Die Ministerinnen und Minister setzten auch hierzu eine gemeinsame Erklärung auf, in der als ein wichtiges Ziel die Reduktion der hohen Jugendarbeitslosigkeit in vielen der G20-Staaten ist.

Anpassung an den neuen Arbeitsmarkt im 21. Jahrhundert

Im Zentrum der Gespräche standen zudem die Schaffung neuer Beschäftigungsmöglichkeiten und die Anregung, dass Arbeitgeber und Unternehmen Anreize erhalten, um neue Arbeitsplätze zu schaffen. Dies war die Forderung von Erol Kiresepi, Vorstandsvorsitzender von Santa Farma Ilac Sanayii und Stellvertretender Vorstandsvorsitzender des türkischen Arbeitgeberverbandes der Chemie-, Erdöl-, Gummi- und Kunststoffindustrie, der die Weltarbeitgeber beim G20-Treffen vertrat. Außerdem sollten Arbeitnehmer mehr Ausbildungsmöglichkeiten und Berufsbildung erhalten und alle Länder müssten sich an den dynamischen, flexiblen und integrativen Arbeitsmarkt im 21 Jahrhundert anpassen, wie Kiresepi in seiner Rede betonte.

Autor: Andrea Brill (Andrea Brill ist Pressereferentin und Fachjournalistin.)