News | Personalrat 05.05.2015

Gehaltsunterschied von bis zu 5.500 Euro bei Beamten

Die Gehälter bei deutschen Beamten liegen immer weiter auseinander – egal in welcher Berufsgruppe. Nach einem Besoldungsreport des DGB, der der Süddeutschen Zeitung vorliegt und von ihr teilweise veröffentlicht worden ist, können die Unterschiede bei der Bezahlung innerhalb einer Gehaltsgruppe bis zu 5.500 Euro im Jahr betragen.

Gehaltsunterschiede

Nicht in jedem Bundesland ist der Beamtenberuf gleich attraktiv. Denn das Gehaltsgefälle unter den rund 1,2 Millionen Landesbeamten wird im größer. Betroffen seien in den 16 Bundesländern praktisch alle Berufsgruppen, vom Lehrer über den Polizisten bis hin zum Gerichtsvollzieher, berichtet die Zeitung unter Berufung auf den Besoldungsreport des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB). Demnach könnten die Unterschiede in der Besoldung in einer Gehaltsgruppe jährlich bis zu 5.500 Euro betragen.

Länder sparen auf Kosten der Beamten

Seit 2006 können die Länder ebenso wie der Bund entscheiden, ob und wie sie die Tarifabschlüsse im öffentlichen Dienst für die eigenen Beamten übernehmen. Außerdem dürfen sie seit 2002 bestimmen, ob sie Sonderzahlungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld voll auszahlen, streichen oder kürzen. Seitdem habe es „tiefe Einschnitte gegeben“, zitiert die SZ aus dem DGB-Bericht. Die Länder nutzten ihren rechtlichen Spielraum, um auf Kosten der Beamten bei den Ausgaben zu sparen.

Gehaltsunterschied bei der Polizei

Die SZ nennt mehrere Beispiele für das Gehaltsgefälle: Demnach verdient ein Polizeihauptmeister in der Besoldungsgruppe A9 in Baden-Württemberg 38.700 Euro im Jahr, in Brandenburg dagegen nur 36.000 Euro. Noch krasser sei die Schere bei Gymnasiallehrern. Hier kämen Beamte in der Besoldungsgruppe A13 in Bayern in diesem Jahr auf gut 60.000 Euro, in Berlin nur auf knapp 54.600 Euro.

 Sanierung der Haushalte

Die Länder nutzten ihren rechtlichen Spielraum, um einen besonderen Beitrag der Beamten für die Sanierung der Haushalte abzuschöpfen. Dies habe dazu geführt, dass von 2006 bis 2014 die Bezüge zwischen dem knausrigsten und dem großzügigsten Dienstherrn um bis zu 18,5 Prozent voneinander abwichen.

Autor: Werner Plaggemeier (langjähriger Herausgeber der Onlinedatenbank „Personalratspraxis“)