News | Personalrat
30.04.2015

Gehaltserhöhungen bei Arbeitnehmern der Länder

Beamte in Hessen und auch die Ärzte an den Universitätskliniken erhalten vergleichbare Gehaltserhö-hungen wie die Arbeitnehmer im öffentlichen Dienst der übrigen Länder. Wie viel die Beamten bekommen, ist erst in wenigen Ländern bekannt.

Gehaltserhöhung© eleaner /​​ iStock /​​ Thinkstock

Ende März wurden die Tarifverhandlungen für die bei den Ländern beschäftigten Arbeitnehmer abgeschlossen. Sie erhalten rückwirkend zum 1. März dieses Jahres 2,1 Prozent mehr zum Bruttogehalt. Von März 2016 an erhöht sich der Bruttoverdienst noch einmal um 2,3 Prozent, mindestens aber um 75 Euro. In den unteren Entgeltgruppen soll die Gehaltserhöhung insgesamt 6,87 Prozent betragen. Zur Erinnerung: Im Jahr 2014 betrug der Gehaltszuwachs 2,95 Prozent und ein Jahr zuvor noch 2,65 Prozent.

In der betrieblichen Altersversorgung wird es aber einen Zusatzbeitrag in Höhe von 0,2 Prozent in diesem, von 0,3 Prozent im nächsten Jahr und 0,4 Prozent 2017 auf den Arbeitnehmeranteil von 1,41 Prozent geben. Bei den neuen Bundesländern ist eine stärkere Erhöhung der Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteile vorgesehen, damit 2017 beide Seiten einen Finanzierungsanteil von 4,25 Prozent erreichen. Als finanzieller Ausgleich dafür ist für die Ostländer eine Erhöhung des Weihnachtsgelds in mehreren Schritten auf das West-Niveau vereinbart worden. Die Auszubildenden erhalten in diesem und im nächsten Jahr jeweils 30 Euro monatlich mehr und außerdem einen zusätzlichen Urlaubstag.

Gehaltserhöhungen in Hessen

In Hessen verständigten sich die Verhandlungspartner darauf, dass rund 45.000 Landesbeschäftigte ebenfalls in zwei Stufen mehr Geld bekommen. Die Gehälter sollen rückwirkend zum 1. März 2015 um 2 Prozent angehoben werden, ab dem 1. April 2016 um weitere 2,4 Prozent. Die Laufzeit beträgt 24 Monate. Hessen verhandelt eigenständig für seine Beschäftigten, da es 2004 aus der Tarifgemeinschaft der Länder (TdL) ausgetreten ist.

In Hessen wird ein besonderer Schwerpunkt auf Familienfreundlichkeit gelegt. Nachdem der Hessen-Tarif schon eine Familienkomponente mit einer Kinderzulage mit bis zu 150 Euro monatlich enthält, wurden nunmehr bei der Berücksichtigung der Elternzeit, bei Pflegezeiten und Zeiten von Erkrankungen der Kinder Verbesserungen im Rahmen der Stufenlaufzeit vereinbart. Auch die Situation der Auszubildenden wird durch diesen Abschluss verbessert. Sie erhalten seit dem 1. März 2015 30 Euro mehr und ab dem 1. April 2016 weitere 30 Euro mehr monatlich und zusätzlich einen Tag mehr Urlaub. Darüber hinaus wurden die Regelungen für eine Übernahme der Auszubildenden verlängert.

Verbesserungen für Ärzte

Die Gehälter der rund 20.000 Ärzte an den deutschen Universitätskliniken werden in diesem und im kommenden Jahr jeweils um 2,2 Prozent erhöht. Darauf habe man sich mit der Ärztegewerkschaft Marburger Bund geeinigt, teilte die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) mit. Zudem gebe es Verbesserungen bei den Samstagszuschlägen und bei den Urlaubstagen.

Zeitliche Verzögerung der Gehaltserhöhungen in den Ländern

Welche Länder das Tarifergebnis sozusagen 1 : 1 auf die Beamten übertragen wollen, kann noch nicht abschließend übersehen werden. Der bayerische Landesfinanzminister, die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz und der Senat von Hamburg haben schon kurz nach Bekanntwerden des Tarifergebnisses eine Übernahme für die Beamten angekündigt. Mit einer Verzögerung von vier Monaten wird der Tarifabschluss im öffentlichen Dienst auf die Beamten in Bremen übertragen. In Sachsen-Anhalt ist eine zeitliche Verzögerung der Besoldungserhöhung um drei Monate im Gespräch.

Mittelweg in Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg ist offenbar ein Mittelweg beabsichtigt. Danach profitieren Beamte der Besoldungsstufen A5 bis A9 und Beamtenanwärter diesmal ohne Zeitverzug vom Tarifabschluss. Das betrifft, inklusive Versorgungsempfänger, über 55.000 Menschen. In den letzten zwei Jahren hatte das Land dagegen die Erhöhung in den unteren Gruppen mit Verweis auf die Schuldenbremse erst mit sechsmonatiger Verzögerung übertragen. Bei Beamten der Besoldungsgruppen A10 und A11 will das Land das Tarifergebnis mit viermonatiger Verzögerung übertragen. Zuletzt hatte diese Gruppe neun Monate warten müssen. Auf die übrigen Besoldungsgruppen ab A12 will das Land die Erhöhung diesmal nach acht Monaten Verzögerung übertragen (zuletzt hatten die knapp 214.000 Betroffenen zwölf Monate zu warten).

Autor: Werner Plaggemeier 

Produkte und Veranstaltungen

Produktempfehlungen

Aktuelle Veranstaltungen