22.08.2019

Gefährdungsbeurteilung: Bessere Umsetzung mit Prognosemodell

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz (BAuA) hat ein Prognosemodell entwickelt, mit dem sich der Umsetzungsstand der Gefährdungsbeurteilung in einem Betrieb oder einer Dienststelle abschätzen lassen soll.

Gefaehrdungsbeurteilung

Was kann das Prognosemodell leisten?

Das BAuA-Forschungsprojekt „Auswertung der Datensätze der GDA-Betriebs- und Beschäftigtenbefragungen 2011 und 2015“ hat auf der Basis der Betriebsbefragung 2015 ein formelbasiertes Prognosemodell entwickelt. Dieses Modell soll es ermöglichen, den Prozess der Gefährdungsbeurteilung in einem Betrieb im Voraus besser abschätzen zu können.

Spezifische Anforderungen

Die betriebliche Gefährdungsbeurteilung hat spezifische Anforderungen und kann mit ihren verschiedenen Prozessschritten die Betriebe vor ganz unterschiedliche Herausforderungen stellen. Denn um den Prozess der Gefährdungsbeurteilung in einem Betrieb zu unterstützen, braucht es je nach betrieblicher Situation unterschiedliche Beratungsansätze. Während ein Betrieb etwa Schwierigkeiten hat, die Gefährdungen zu ermitteln, gibt es in einem anderen Defizite bei der Ableitung von Arbeitsschutzmaßnahmen. Für zielgerichtete Maßnahmen ist es daher hilfreich, im Voraus abschätzen zu können, mit welchem Umsetzungsstand der Gefährdungsbeurteilung in dem Betrieb wahrscheinlich zu rechnen ist.

Mit guter Vorhersage eine bessere Umsetzung

Aus den Daten der GDA-Betriebsbefragung 2015 konnte das BAuA-Projekt nun ein Prognose-Modell mit einer Vorhersagegüte von 40 Prozent entwickeln. Auch wenn eine Vorhersagegüte von 40 % als recht gut eingeordnet werden kann, spielen bei der Umsetzung des Gefährdungsbeurteilungsprozesses noch weitere Faktoren eine Rolle, die nicht in der GDA-Betriebsbefragung erfasst werden.

Die Ergebnisse des BAuA-Projekts unterstützen damit den weiteren Untersuchungsbedarf zu Einflussgrößen auf die Umsetzung von Arbeitsschutzmaßnahmen, insbesondere der Gefährdungsbeurteilung.

Den baua-Bericht kompakt gibt es unter: www.baua.de/dok/8819232

Autor: Werner Plaggemeier (langjähriger Herausgeber der Onlinedatenbank „Personalratspraxis“)