News | Geschäftsführung Betriebsrat 16.01.2015

Fraport: ver.di/Komba gegen Liste Bodenverkehrsdienste

Wieder geht es um den Vorwurf zu großer Arbeitgeberfreundlichkeit. Diesmal beim Fraport-Betriebsrat. Vordergründig wirft die Opposition die Betriebsratsvorsitzende Claudia Armier Urkundenfälschung vor. Sie soll ein Protokoll und ein Abstimmungsergebnis manipuliert haben. Armier weist die Vorwürfe zurück. Gegen sie sei kein Ermittlungsverfahren anhängig, bestätigt die Staatsanwaltschaft. In Wirklichkeit hat die Betriebsratsmehrheit mit dem Unternehmen einen Zukunftsvertrag geschlossen – mit zu weitgehenden Zugeständnissen, wie die Opposition findet.

Streit bei Fraport AG

Frankfurt/M. 16. Januar 2015 – Im Betriebsrat der Frankfurter Flughafengesellschaft Fraport AG haben sich die Fronten verhärtet. Kontrahenten sind einem Bericht der „Frankfurter Rundschau“ (FR) zufolge die beiden Flügel mit ver.di und Komba auf der einen und der Mitarbeiter-Vereinigung Bodenverkehrsdienste und der Liste Bodenverkehrsdienste und Unterstützer auf der anderen Seite. Zwischen ihnen komme es ständig zu Auseinandersetzungen.

Verdacht der Urkundenfälschung

Wie erst jetzt bekannt wurde, wurde mit Schreiben vom 21. November 2014 Strafantrag des Verdachts der Urkundenfälschung und der Urkundenunterdrückung gegen Armier gestellt. Sie soll das Protokoll der Betriebsratssitzung vom 31. August 2014 nachträglich manipuliert haben. Das Schreiben wurde von 14 der 39 Betriebsratsmitglieder unterschrieben.

Lärm im Betriebsrat: Armier streitet Vorwürfe ab

„Ich weiß von nichts“, erklärte die Betriebsratsvorsitzende, Claudia Armier auf Anfrage der Zeitung, da sei „nichts dran“. Auch bei der Staatsanwaltschaft ist der FR zufolge gegen Armier kein Ermittlungsverfahren anhängig. Bei den Betriebsratssitzungen würden mehrere Personen mitschreiben. Einmal habe es abweichende Aufzeichnungen und deshalb Klärungsbedarf gegeben. Von einer Fälschung könne keine Rede sein. Armier zufolge handele es sich um eine Minderheit im Betriebsrat, die „nur Lärm machen“ wolle. Armier: „Es ist schlimm.“

Abbau übertariflicher Leistungen

Hintergrund der Streitigkeit ist offenbar ein mit der Unternehmensleitung geschlossener Zukunftsvertrag. Nach Angaben von Fraport-Sprecher Christopher Holschier soll er die Bodenverkehrsdienste im Unternehmen wettbewerbsfähig machen. Er enthält den Abbau übertariflicher Leistungen bei den 5500 Mitarbeitern, die direkt bei Fraport beschäftigt sind.

Überdies sollen die 2500 Mitarbeiter bei der Fraport-Tochter Airport Personal Services 30 Prozent weniger bekommen. Insgesamt beschäftigt der Flughafenbetreiber 23 200 Männer und Frauen.

Bildnachweis: CB-Fish / iStock / Thinkstock

Autor: Friedrich Oehlerking (Friedrich Oehlerking ist erfahrener Journalist und berät Betriebsräte bei ihrer Pressearbeit.)