10.01.2019

Fortbildung: Mitbestimmung aktualisieren im Zuge der Digitalisierung

Sowohl Ausbildung als auch Fortbildung in der öffentlichen Verwaltung haben sich den Anforderungen infolge zunehmender Digitalisierung anzupassen und demzufolge inhaltlich zu verändern. Das werden auch Personalräte zu beachten haben. Das neue Qualifizierungschancengesetz könnte für die Beschäftigtenvertretung ein wichtiger Anlass sein, in der Dienststelle eine Modernisierung der Fortbildung herbeizuführen. Weiterbildung und Fortbildung sollten in diesem sachlichen Zusammenhang als eine Einheit verstanden werden.

Fortbildung

Digitalisierung nicht ohne Fortbildung

Der gesetzliche Zwang zur Digitalisierung von Verwaltungsleistungen der öffentlichen Hand erfordert eine verstärkte Investition in technische Einrichtungen. Das muss aber die Dienststellenleitungen dazu bringen, auch mehr Haushaltsmittel für die Fortbildung/Weiterbildung ihrer Beschäftigten zu veranschlagen. Denn mit der Digitalisierung steigt sowohl der Weiterbildungs- als auch der Fortbildungsbedarf.

Von der freien Wirtschaft lernen

In der gewerblichen Wirtschaft belegen Studien, dass zum einen das Engagement in Weiterbildungsmaßnahmen steigt, weil die Unternehmen nur so den geänderten Anforderungen durch ihre eigene Digitalisierung gerecht werden können. Zum anderen erhoffen sich die Unternehmen durch mehr Weiterbildung, ihre Vorreiterrolle weiter ausbauen zu können. Darüber hinaus sind Weiterbildungsangebote gerade für gesuchte Fachkräfte attraktiv, wodurch die Unternehmen mit hohem Digitalisierungsgrad im Wettbewerb um diese Fachkräfte einen strategischen Vorteil genießen würden. Sinngemäß kann das auch für modern aufgestellte öffentliche Verwaltungen und Betriebe gelten. In diesem Zusammenhang wird auf den IAB-Kurzbericht 26/2018 hingewiesen mit dem Titel „Betriebe und Arbeitswelt 4.0 – Mit Investitionen in die Digitalisierung steigt auch die Weiterbildung“ (von Simon Janssen, Ute Leber, Melanie Arntz, Terry Gregory und Ulrich Zierahn).

Weiterbildung als „Schlüssel“ zur Fachkräftesicherung

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) haben im November 2018 mit den Sozialpartnern, Ländern, Kammern und der Bundesagentur für Arbeit den Auftakt für die Erarbeitung einer nationalen Weiterbildungsstrategie gegeben. Eine neue Weiterbildungskultur soll etabliert, arbeitsmarkt- und bildungspolitische Instrumente sollen besser verzahnt und Weiterbildungsprogramme von Bund und Ländern gebündelt werden. Die Ministerien stellen klar heraus, dass in einer digitalen Arbeitsgesellschaft die Weiterbildung der Schlüssel zur Fachkräftesicherung und zur beruflichen Weiterentwicklung ist. Bleibt anzumerken, dass das auch für die öffentliche Verwaltung gilt.

Autor: Werner Plaggemeier (langjähriger Herausgeber der Onlinedatenbank „Personalratspraxis“)