05.02.2019

Forderung nach einem Rechtsanspruch auf „Homeoffice“

Arbeiten von zu Hause bringt mehr Freiheit und Flexibilität für die Beschäftigten. Bei Arbeitgebern stößt diese Arbeitsform aber oft auf wenig Gegenliebe. Nach den Vorstellungen des BMAS soll es in Zukunft einen Rechtsanspruch auf „Homeoffice“ geben. Der DGB unterstützt diese Forderung mit der Einschränkung, dass hierbei auch die nötige Sicherheit bestehen muss, um unsichtbare Mehrarbeit und ständige Erreichbarkeit zu vermeiden.

Homeoffice

Klare Regelungen zum Schutz der Beschäftigten

Anfang des Jahres kündigte Staatssekretär Böhning aus dem Bundesarbeitsministerium an, ein gesetzliches Recht auf Homeoffice für alle Arbeitnehmer schaffen zu wollen. Dabei will er die Rechtfertigungsrichtung umdrehen: In Zukunft sollen Arbeitgeber begründen müssen, warum sie dem Wunsch der Beschäftigten nach Heimarbeit nicht entsprechen. Wie sich aus dem Info-Dienst „Einblick“ des DGB ergibt, wird dort das Vorhaben begrüßt. Zugleich werden aber auch klare Regelungen zum Schutz der Beschäftigten gefordert. Denn: Mobiles Arbeiten zu Hause ist alles andere als mit einer Tasse Kaffee auf dem Sofa sitzen und ein paar E-Mails verschicken. In der Praxis machen die Beschäftigten im Homeoffice oft später Feierabend und haben größere Schwierigkeiten, abzuschalten.

Fakt ist, dass Homeoffice heute in vielen Betrieben nicht ermöglicht wird, obwohl es mit vielen Jobs bestens vereinbar wäre. Wenn Beschäftigte im Homeoffice arbeiten, ist dies zumeist noch immer ungeregelt und führt oft zu unbezahlten Überstunden und Dauerstress.

Arbeitszeit und Erreichbarkeit festlegen

Entscheidend sei deshalb nach Auffassung des DGB, dass die Arbeitszeit auch im Homeoffice vollständig erfasst und vergütet und das Recht auf Nichterreichbarkeit eingehalten wird, weil auch bei dieser Arbeitsform Arbeits- und Gesundheitsschutz gewährleistet sein müssten. Der Gesetzgeber habe außerdem dafür sorgen, dass auch Beschäftigte, die von ihrem häuslichen Arbeitsplatz aus zum Beispiel ihre Kinder zum Kindergarten bringen oder von dort abholen, unfallversichert sind und dass Arbeit im Homeoffice durch Mitbestimmungsrechte flankiert wird.

Freiwillige Entscheidung für Homeoffice

Wichtig ist, dass mögliche Ablehnungsgründe durch den Arbeitgeber eng gefasst werden, der Arbeitsplatz im Büro erhalten bleibt und Beschäftigte ihre Entscheidung ändern können. Homeoffice sollte für die Beschäftigten stets freiwillig bleiben, denn viele wollen eine klare Trennung von Beruf und Privatleben.

Alternierende Telearbeit

Hinzuweisen ist aber auch darauf, dass Arbeitgeber eine vereinbarte alternierende Telearbeit nicht ohne Weiteres einseitig beenden können. Zumindest das Landesarbeitsgericht Düsseldorf entschied in diese Richtung, nachdem in einem Fall das Arbeitnehmerinteresse und auch die Betriebsratsbeteiligung unberücksichtigt geblieben waren. Um eine alternierende Telearbeit handelt es sich, wenn ein Mitarbeiter nicht ausnahmslos im Homeoffice arbeitet, sondern seine Arbeitsleistung zwischen dem heimischen Arbeitszimmer und der Dienststelle aufteilt.

Autor: Werner Plaggemeier (langjähriger Herausgeber der Onlinedatenbank „Personalratspraxis“)