Lexikonstichwort | Beitrag aus „Mitbestimmung von A-Z“ 20.12.2016

Firmentarifvertrag

Einen Tarifvertrag kennt jeder. Aber was ist ein Firmentarifvertrag?

Hier handelt es sich um ein anderes Wort für Haustarifvertrag. Dieser hat nichts mit Immobilien zu tun, wie es den Anschein haben kann. Ein Haustarifvertrag ist eine umgangssprachliche Bezeichnung für einen Tarifvertrag, der nur in einem Unternehmen/Firma/Haus gilt. Der Arbeitgeber hat allein mit einer Gewerkschaft einen Tarifvertrag geschlossen.

Rechtliche Voraussetzungen

Tarifverträge sind Vereinbarungen zwischen Arbeitgeber/Arbeitgebervertretungen und Arbeitnehmervertretungen. Die Rechtsquellen sind Artikel 9 Abs. 3 GG, das Tarifvertragsgesetz (TVG), §§ 80, 87 BetrVG.

Artikel 9 GG regelt die Koalitionsfreiheit, dadurch wird das Recht der Tarifvertragsparteien (Gewerkschaften und Arbeitgeber) festgelegt, Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen in freien Verhandlungen ohne staatliche oder sonstige Eingriffe gemeinsam zu gestalten. Tarifverträge sollen die Arbeitnehmer davor schützen, dass der Arbeitgeber einseitig bestimmte Arbeitsbedingungen einfordert und sich der einzelne Arbeitnehmer in der abhängigen Situation davor nicht schützen kann. Tarifverträge führen zu einer Verallgemeinerung der einzelnen Arbeitsverträge.

Um die Spezialität des Firmentarifvertrags zu erkennen, hier noch ein schneller Überblick über die Tarifverträge:

  • ManteltarifvertragEr regelt allgemeine Arbeitsbedingungen (z.B. Arbeitszeit, Urlaub), enthält aber keine Entgeltregelungen. Er soll langfristig gelten.

  • Lohn- bzw. Gehaltstarifvertrag

Autor: Claudia Ehrenfeuchter

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