News | Personalrat 25.07.2016

Feste, flexible oder bedarfsorientierte Arbeitszeitgestaltung

Was ist eine kluge Arbeitszeitgestaltung? Das lässt sich nur differenziert betrachten. Nun hat der Personalgeschäftsführer der Telekom zu diesem Thema ein Buch mit dem Titel „Wem gehört die Zeit?“ herausgegeben. Was für Unternehmen gilt, kann in vielen Bereichen auch für den öffentlichen Dienst interessant sein. Ein Blick hinein lohnt sich.

Arbeitszeitgestaltung

Aufgrund der Digitalisierung der Arbeitswelt fordern Kunden von Unternehmen eine ständige Erreichbarkeit. Gleichzeitig möchten Beschäftigte zeitlich möglichst flexibel arbeiten. Mit der Frage, wie in diesem Spannungsfeld die kluge Arbeitszeitgestaltung eines Unternehmens aussehen kann, hat sich der Personalgeschäftsführer von Telekom Deutschland, Martin Seiler, beschäftigt. „Wem gehört die Zeit? – Innovative Arbeitszeitgestaltung in der Praxis“ lautet der Titel des Buchs aus dem Verlag Schäffer Poeschel.

Fest, flexibel oder bedarfsorientiert

Bei seiner Buchvorstellung in Bonn betonte Seiler, mehr Eigenverantwortung der Arbeitnehmer sei gefragt. Einfach sei das aber nicht. So konnten sich 2007 die Beschäftigten im Telekom-Kundenservice zwischen drei Arbeitszeitmodellen entscheiden, nachdem die Arbeitszeit ein jahrelanges Streitthema war. Die Modelle bekamen Namen: fest, flexibel und bedarfsorientiert. Vier Wochen hatten die Beschäftigten Zeit für ihre Entscheidung. Trotzdem hätten viele Beschäftigte hilflos gewirkt, da sie zuvor nie eine derartige Entscheidung treffen mussten.

Arbeitszeitgestaltung einmal jährlich anpassen

Eine starke Kommunikation und hohe Verantwortung der Führungskräfte seien wichtige Gestaltungsfaktoren. Wesentlich zum Erfolg würde auch die Teilhabe aller Beteiligten an der Ausgestaltung beitragen. Lebensumstände ändern sich. Das lasse sich in einem großen Konzern leichter auffangen: Bei der Telekom besteht die Möglichkeit, das passende Arbeitszeitmodell einmal im Jahr neu zu wählen.

Autor: Werner Plaggemeier (Werner Plaggemeier ist Herausgeber der Onlinedatenbank „Personalratspraxis“. )