21.11.2016

Familienpolitik: Zukunftsreport Familie 2030

Sollte es gelingen, mit einer forcierten Familienpolitik den Wünschen der Mütter und Väter nach einer partnerschaftlichen Aufteilung von Familie und Beruf tatsächlich nachzukommen, wird sich die sozioökonomische Situation in den Familien bis 2030 deutlich verbessern. Das ergibt sich aus einem Zukunftsreport, der gemeinsam von Prognos und dem Institut für Demoskopie Allensbach erstellt worden ist.

Teilzeit

Dem Bericht ist zu entnehmen, dass sich die sozioökonomische Situation von Familien bis zum Jahr 2030 deutlich verbessern werde, wenn es gelinge, mit einer forcierten Familienpolitik den Wünschen der Mütter und Väter nach einer partnerschaftlichen Aufteilung von Familie und Beruf zu entsprechen:

  • Das Haushaltseinkommen von Familien könne um durchschnittlich 1.400 Euro steigen.
  • Die Zahl der Eltern und Kinder, die armutsgefährdet sind, könne um rund 470.000 Personen zurückgehen.
  • Die Zahl der Personen in Haushalten mit SGB-II-Bezügen könne sogar um rund 670.000 Personen sinken.
  • Bis 2030 können rund 790.000 Mütter mehr sozialversicherungspflichtig beschäftigt sein.

Das Gutachten, das verschiedene Szenarien betrachtet, zeigt: Eine Weiterentwicklung der Familienpolitik hätte positive Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft. Der Anstieg der Erwerbstätigenquote sowie der Erwerbsumfänge führe zu einem Anstieg des Arbeitsvolumens um 3,2 Prozentpunkte. Das habe im Chancen-Szenario bis 2030 eine spürbare Erhöhung des Bruttoinlandprodukts um rund 70 Milliarden Euro zur Folge.

Familienpolitik für Wohlstand und Wachstum

Ausgangspunkt der untersuchten Szenarien sind die Lebenswünsche und Ziele der Mütter und Väter sowie zentrale Trends der vergangenen zehn Jahre. Familienpolitische Initiativen können Treiber für Wohlstand und Wachstum sein.

Der Zukunftsreport bietet einen Orientierungsrahmen für politisches Handeln, indem er Chancen, Herausforderungen und Optionen zeigt. Er unterstreicht die Bedeutung der Familienpolitik und empfiehlt, die Weichen so zu stellen, dass Chancen genutzt werden.

Durch hohe Erwartungen in den Bereichen Familie und Beruf und zum Teil starre Rahmenbedingungen fühlen sich Eltern häufiger unter Zeitdruck. Gesetzliche und tarifliche Regelungen, die Eltern Arbeitszeitflexibilität ermöglichen, wären geeignet, Müttern und Vätern Zeit für die Familie zu verschaffen. Diese Regelungen sollten durch eine staatliche Subvention ergänzt werden, um Einkommensausfälle zu kompensieren.

Autor: Werner Plaggemeier (langjähriger Herausgeber der Onlinedatenbank „Personalratspraxis“)