13.08.2019

Familienfreundliche Politik in Deutschland auf Platz 6 einer UNICEF-Studie

In einer UNICEF-Studie zur familienfreundlichen Politik landet Deutschland auf Rang sechs. Bewertungsfaktoren waren unter anderem Mutter- und Vaterschaftsurlaub sowie die Nutzung von Betreuungsangeboten. Zugleich informiert die Bundesregierung über Familienleistungen in einem „Starke-Familien-Checkheft“. Sie können damit prüfen, welche Ansprüche geltend gemacht werden können, und diese mittels Scheck in die Wege leiten.

familienfreundliche Politik

Deutschland im europäischen Vergleich

Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen UNICEF hat Faktoren wie bezahlten Mutter- und Vaterschaftsurlaub gelistet und wie hoch in einem Land der Anteil der Kinder ist, die Betreuungsangebote nutzen. Nach einem Bericht der Tagesschau in der ARD (online-Dienst) belegt Deutschland in der Studie den sechsten Platz hinter Schweden, Norwegen, Island, Estland und Portugal.

Stärkere Bindung zwischen Eltern und Kindern

Familienfreundliche Politik, so UNICEF, bedeute für Kinder einen „besseren Start ins Leben“ und für die Eltern, dass sie Arbeit und Familie besser miteinander vereinbaren könnten. Die frühen Lebensjahre seien entscheidend für die Entwicklung des Gehirns, so heißt es. Deshalb sei es wichtig, dass Regierungen alles täten, um Familien in dieser Zeit zu unterstützen. Gleiches gelte für die Privatwirtschaft. Familienfreundliche Maßnahmen stärkten die Bindung zwischen Eltern und Kindern. Die sei für die Entwicklung von Familien und Gesellschaften und den sozialen Zusammenhalt von entscheidender Bedeutung.

Schlusslicht USA

Die Organisation spricht sich für eine bezahlte Elternzeit von mindestens sechs Monaten aus. Allerdings werde überhaupt nur in der Hälfte der untersuchten europäischen und der OECD-Länder diese Messlatte erreicht – und das sind immerhin die 41 reichsten Nationen. Außerdem fordert sie einen umfassenden Zugang zu „hochwertiger, bezahlbarer Kinderbetreuung“ von der Geburt bis zur Einschulung.

Das Schlusslicht der Studie sind die USA – das einzige Land innerhalb der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, wie UNICEF hervorhebt, das landesweit keinerlei gesetzlich verbindliche bezahlte Elternzeit anbiete. Die Wissenschaftler beziehen sich in ihrer Untersuchung auf Zahlen von 2016.

„Checkheft“ durch Bundesregierung angeboten

Zu der Tagesschau-Meldung passt die Bekanntgabe eines „Starke-Familie-Checkhefts“ durch die Bundesregierung, die Folgendes mitteilt:

In Deutschland gibt es für Familien eine Reihe staatlicher Unterstützungsangebote von der Kita bis zum Kindergeld. Vielen Müttern und Vätern ermöglicht das Elterngeld, ihre Erwerbstätigkeit für eine Zeit zu unterbrechen, um sich um ihr Kind zu kümmern. Aber kennen Sie den Kinderzuschlag? Wissen Sie, welche Leistungen für Allein- oder Getrennterziehende da sind und für Familien mit kleinen Einkommen? Und was steckt hinter dem Anspruch auf Bildung und Teilhabe? Sie wissen es nicht? Dieses  Checkheft wird das ändern. Es gibt Ihnen einen schnellen Überblick darüber, auf welche staatliche Unterstützung Sie bauen können. Übersichtlich und einfach erklärt, damit Sie weniger Zeit mit Anträgen und mehr Zeit mit Ihren Kindern verbringen können. Dieses Heft funktioniert nach dem Prinzip: erst Check – dann Scheck! Checken Sie, welche Ansprüche es gibt, trennen Sie den Scheck heraus und erhalten Sie Hilfe für mehr Geld oder Zeit für sich und Ihre Familie. Wir wollen die Familien in Deutschland stärker machen. Damit machen wir auch unser Land spürbar stärker.

Mehr dazu erfahren Sie unter https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/service/publikationen/starke-familien-checkheft/136896

 

 

Autor: Werner Plaggemeier (langjähriger Herausgeber der Onlinedatenbank „Personalratspraxis“)