20.07.2017

EU-Solidaritätskorps soll Arbeitsstellen vermitteln helfen

Bis 2019 bis zu 6000 jungen Menschen Angebote für eine Arbeitsstelle oder ein Praktikum mit Solidaritätsbezug in einem anderen EU-Land machen – das ist ein erstes Ziel des Europäischen Solidaritätskorps. Zwei Projekte zu dessen Erreichung startete die EU-Kommission jetzt.

EU-Solidaritätskorps

Französische und die italienische Arbeitsverwaltung

Geschäftsführung Betriebsrat. Zwei große Projekte starteten jetzt die französische und die italienische Arbeitsverwaltung. Sie gehören zum neuen „Europäischen Solidaritätskorps“. Bis 2019 will man damit bis zu 6000 jungen Menschen Angebote für eine Arbeitsstelle oder ein Praktikum mit Solidaritätsbezug in einem anderen EU-Land machen.

Bewerbung in verschiedenen Bereichen

Die beiden Projekte stehen unter Leitung der öffentlichen Arbeitsverwaltung Frankreichs (Pôle Emploi) und der nationalen Agentur Italiens für aktive Arbeitsmarktpolitik (Anpal). Daran arbeiten öffentliche Arbeitsverwaltungen und Organisationen aus verschiedenen EU-Mitgliedstaaten (z. B. Arbeitgeberverbände und Berufsbildungseinrichtungen) zusammen. Die ausgewählten Bewerber können sich in den verschiedensten Bereichen engagieren: vom Gesundheitswesen und der sozialen Integration über den Umweltschutz und die Unterstützung von Migranten und Flüchtlingen bis hin zur Nahrungsmittelhilfe in anderen EU-Ländern. Die Projekte werden mit über 14 Millionen Euro aus dem Programm für Beschäftigung und soziale Innovation gefördert.

100.000 Solidaritätseinsätze bis 2020

EU-weit werden laut einer Presseinformation der EU-Kommission 100.000 Solidaritätseinsätze bis 2020 angestrebt. Günther Oettinger, EU-Kommissar für Haushalt und Personal, lotete jetzt in Berlin die weitere Gestaltung des Europäischen Solidaritätskorps aus. Er traf sich zu diesem Zweck bei einer gemeinsam Veranstaltung der Vertretung der EU-Kommission in Deutschland mit „Jugend für Europa“, einer der vier nationalen Agenturen für das EU-Programm Erasmus+, mit Akteuren, Trägern und Organisationen von Freiwilligendiensten und Politikern.

Entwicklung des Solidaritätskorps

Oettinger sieht die Entwicklung des Solidaritätskorps in drei Phasen:

  • die gegenwärtige Phase 1 mit 35.000 Bewerbern,
  • Phase 2 ab 2018: Inkrafttreten des Gesetzes zum Solidaritätskorps, das die Kommission im Mai angestoßen hat,
  • Phase 3 im nächsten Jahrzehnt: Verankerung eines eigenständigen Haushaltstitels für das Europäische Solidaritätskorps im künftigen Budgetzyklus.

Budget von über 340 Millionen Euro

Am 30. Mai 2017 legte die Kommission einen Vorschlag vor, um das Europäische Solidaritätskorps mit einem Budget von 341,5 Millionen Euro für den Zeitraum 2018-2020 und einer eigenen Rechtsgrundlage auf eine solide Basis zu stellen. Außerdem regte die Kommission an, das Angebot für junge Menschen im Rahmen des Europäischen Solidaritätskorps noch zu erweitern: Neben Freiwilligentätigkeit, Praktikum oder regulärer Beschäftigung soll den Mitgliedern auch die Gelegenheit geboten werden, eigene Solidaritätsprojekte ins Leben zu rufen oder sich in Freiwilligenteams zu engagieren.

Vermittlung an Projektträger

Seit dem Startschuss am 7. Dezember 2016 haben sich den Angaben zufolge mehr als 32.000 junge Menschen beim Europäischen Solidaritätskorps angemeldet. Im März 2017 konnte mit der Vermittlung an Projektträger begonnen werden. Seither wurden über 11.000 Mitglieder kontaktiert, 350 Einsätze vermittelt.

Bessere Chancen für junge Menschen

„Beim Europäischen Solidaritätskorps geht es darum, jungen Menschen mehr und bessere Chancen zu bieten“, erklärte die für Beschäftigung, Soziales, Qualifikationen und Arbeitskräftemobilität zuständige EU-Kommissarin Marianne Thyssen. Das Korps entfalte mit dem Start der Beschäftigungskomponente nun sein volles Potenzial. Gemeinsam mit den öffentlichen Arbeitsverwaltungen und Partnern vor Ort werde man Tausenden jungen Menschen konkrete Angebote für solidarisch ausgerichtete Arbeitsstellen und Praktika in ganz Europa machen können. Thyssen: „Auf diese Weise können die Mitglieder des Solidaritätskorps neue Kompetenzen erwerben und ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern.“

Autor: Friedrich Oehlerking (Friedrich Oehlerking ist erfahrener Journalist und berät Betriebsräte bei ihrer Pressearbeit.)