Lexikonstichwort | Beitrag aus „Kommentierte Betriebsvereinbarungen - online“ 07.04.2016

Entgeltgestaltung, AT-Angestellte

AT-Angestellter (also außertariflicher Angestellter) zu sein, kann Fluch und Segen zugleich sein. Auf der einen Seite hat, wer viel Verantwortung trägt, ein hohes (oder zumindest ein etwas höheres) Einkommen, auf der anderen Seite erfolgen Entgelterhöhungen nicht „automatisch“ wie bei Tarifangestellten oder der Arbeitgeber geht davon aus, dass die Überstunden alle bereits mit dem Grundgehalt abgegolten sind.

Einführung zum Thema

Berücksichtigt man die Überstunden, können AT-Angestellte mit ihrem „Stundenlohn“ durchaus unter dem eines tariflich bezahlten Mitarbeiters liegen.

Dieses Beispiel, das in der Praxis nicht selten sein dürfte, zeigt, dass auch hier ein wichtiges Handlungsfeld des Betriebsrats besteht. Oftmals lassen gerade in diesem Bereich die Gewerkschaften die Betriebsräte ziemlich allein, weil sie sich vielfach für die AT-Angestellten (die meist auch keine Gewerkschaftsmitglieder sind) nicht recht verantwortlich fühlen.

Der Betriebsrat kann bei der Entgeltgestaltung mitbestimmen

Glücklicherweise kann der Betriebsrat bei der Entgeltgestaltung für AT-Angestellte, zumindest in Teilbereichen, nach § 87 Abs. 1 Nr. 10 und 11 BetrVG erzwingbar mitbestimmen. Können sich die Betriebsparteien also in diesem Bereich nicht einigen, so kann der Spruch der Einigungsstelle die Einigung der Betriebsparteien ersetzen – auch gegen den Willen des Arbeitgebers.

Rechtsgrundlagen

Das Hay-System

Bezüglich der Mitarbeiterführung und -vergütung ist eine systematische Vergütungsstruktur …

Autor: Marc Hesling

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