News | Geschäftsführung Betriebsrat
15.09.2016

Eickhoff-Betriebsrat kämpft für Arbeitsplätze

Die Umsätze in der Bergbaubranche brechen ein. Der Hauptabsatzmarkt China ist klinisch tot. Das Traditionsunternehmen Eickhoff muss sparen. Die Unternehmensleitung spricht von Kündigungen. Bereits 2014 mussten 140 Mitarbeiter gehen. Der Betriebsrat stellt sich auf harte Verhandlungen ein.

Kündigungen Bergbau-Branche© ted007 /​ fotolia.com

Knapper Informationsfluss

Geschäftsführung Betriebsrat. Hauptsorge des Betriebsrates zur Zeit ist der knappe Informationsfluss bei dem Bochumer Hersteller von Bergbautechnik Eickhoff. Bislang gebe es nur wenige Informationen aus der Vorstandsetage, bemängelt Betriebsratsvorsitzender Volker Naurath (59). Er hat jetzt deutlich gemacht, dass sich dies unbedingt ändern müsse. „Jetzt ist ein ständiger Austausch nötig“, zitiert ihn die „WAZ“.

Umsatzeinbruch in der Bergbausparte

Ein Umsatzeinbruch in der Bergbausparte zwingt das Traditionsunternehmen dazu, die Kosten um 20 Prozent zu reduzieren, berichtet die Zeitung und beruft sich dabei auf den geschäftsführenden Gesellschafter Dr. Paul Rheinländer. Es drohten Kündigungen, heißt es.

Geschäftsführung und Betriebsrat verhandeln

Ob es dazu kommen wird und welche Vereinbarungen Eickhoff mit seinen Beschäftigten trifft, ist derzeit offen. Geschäftsführung und Betriebsrat wollen in den kommenden Wochen darüber verhandeln.

Schreckgespenst Zuspitzung 2024

Zumindest in einem Punkt sind sich beide Seiten einig. Die Situation dürfe sich nicht so zuspitzen wie vor zwei Jahren. Damals mussten 140 Beschäftigte das Unternehmen verlassen, etliche Fälle landeten vor dem Arbeitsgericht. In den 1990er Jahren bewältigte das Unternehmen schon einmal eine große Krise. Damals hatte man die Umstellung von der sterbenden Bergbausparte in Zukunftstechnologien geschafft.

Markt in China tot

Doch die Nachfrage nach Bergbautechnik ist dramatisch zurückgegangen. „Der Markt in China ist tot“, so Energieanlagenelektroniker Naurath. Die bisherigen Anstrengungen reichen offenbar nicht aus, um den Rückgang anderweitig zu kompensieren. Seit 39 Jahren arbeitet Naurath bei Eickhoff. Er macht sich große Sorgen um sein Unternehmen und seine Mitarbeiter.

Nichts Konkretes zu sagen

In zwei Betriebsversammlungen sprachen Beschäftigte und Geschäftsführung über die prekäre Lage beim Traditionsunternehmen Eickhoff. „Einfach war es nicht, in einer solchen Situation zu den Kollegen zu sprechen“, sagt Naurath. Zumal es noch so gut wie gar nichts Konkretes zu sagen gebe. Welche Vorstellungen die Geschäftsführung habe, behalte sie bislang für sich.

Haustarifvertrag zu älteren Beschäftigten

Erst vor kurzem hatte man bei Eickhoff einen neuen Haustarifvertrag vereinbart. Er enthält eine Komponente für die älteren Beschäftigten. „Dieser Generationenvertrag sieht vor, dass wir zugunsten der rentennahen Jahrgänge auf einen Teil unserer Lohnerhöhung verzichten“, erklärt Betriebsrat Naurath.

„Ich will raus hier“

Etwa 150 Kollegen werden in den nächsten fünf Jahren in Rente gehen. Mit ihnen hätte schon längst gesprochen werden können. Ihnen hätte man ein Angebot unterbreiten können. Dann wäre jetzt vielleicht schon klar, wie viele Beschäftigte sich vorstellen können, freiwillig auszuscheiden. Listen existieren bereits. „Einige Leute haben sich schon bei mir gemeldet und gesagt, dass sie raus möchten“, so Volker Naurath.

Spekulation über Kündigungen

Wen es treffen könnte, ist völlig offen: gewerbliche oder Verwaltungsmitarbeiter, Bergbau- oder auch Windkraftsparte. „Das ist alles Spekulation“, so der Bochumer. Kündigungen sind aus Sicht der Arbeitnehmervertretung ohnehin nicht das einzige Mittel, um die Krise zu bewältigen – und schon gar nicht das erste.

Autor: Friedrich Oehlerking 

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