16.07.2019

Duale Berufsausbildung soll in Deutschland attraktiver werden

Die Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität der dualen Berufsausbildung soll bei potenziellen Auszubildenden und Betrieben gleichermaßen gesteigert werden. Hochschulangebote würden heute oft als attraktiver angesehen. Dadurch ergebe sich ein Mangel an beruflich qualifizierten Fachkräften. Die Bundesregierung hat zur Besserung der Situation nun den Entwurf eines Berufsbildungsänderungsgesetzes vorgelegt.

Duale Berufsausbildung

Sicherung der zukünftigen Fachkräftebasis

Die Bundesregierung will durch Änderung des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) die duale berufliche Bildung in Deutschland attraktiver machen. Die berufliche Bildung müsse sich heute mehr denn je als Angebot für junge Menschen präsentieren, die häufig die Wahl zwischen einer Berufsausbildung und einem Studium haben. Vorrangiges Ziel der Novelle sei die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität der dualen beruflichen Bildung bei potenziellen Auszubildenden und Betrieben gleichermaßen. Eine duale Berufsausbildung sei jahrzehntelang die häufigste Qualifizierungswahl gewesen. Mittlerweile würden aber Angebote der Hochschulen oft als attraktiver angesehen werden. Dieser Trend führe neben der allgemeinen demografischen Entwicklung zu einem sich weiter verstärkenden Mangel an beruflich qualifizierten Fachkräften. Eine attraktive berufliche Bildung sei aber auch volkswirtschaftlich unverzichtbar zur Sicherung der zukünftigen Fachkräftebasis.

Anpassung an Trends und Entwicklungen

Nach Auffassung der Bundesregierung habe sich das BBiG als ordnungspolitischer Rahmen für die duale Berufsausbildung und als Sonderarbeitsrecht für Auszubildende und Ausbildende bewährt. Ungeachtet dessen gelte es für die berufliche Bildung und damit auch für das BBiG auf wichtige Trends und Entwicklungen einzugehen und so den rechtlichen Rahmen für die weltweit geschätzte duale Berufsausbildung in Deutschland fit für die Zukunft aufzustellen.

Dabei setzt die Bundesregierung folgende Schwerpunkte:

  • Einführung einer ausbalancierten und unbürokratischen Mindestvergütung für Auszubildende im BBiG
  • Stärkung und Weiterentwicklung der „höherqualifizierenden“ Berufsbildung mit transparenten beruflichen Fortbildungsstufen und mit eigenständigen und attraktiven Abschlussbezeichnungen
  • Verbesserung der Durchlässigkeit auch innerhalb der beruflichen Bildung
  • Optimierung der Rahmenbedingungen des BBiG insbesondere für rechtsbeständige und hochwertige Prüfungen sowie für ein attraktives Ehrenamt

 

Mehr Flexibilität durch Abbau von Bürokratie

Zugleich soll die Novellierung die Gelegenheit bieten, etwa durch Verfahrenserleichterungen für Auszubildende, durch größere Flexibilität bei der Zusammenarbeit der zuständigen Stellen und durch die Streichung gegenstandsloser Auskunftspflichten Verfahren zu modernisieren und zu verkürzen, um unnötige Bürokratie abzubauen.

Autor: Werner Plaggemeier (langjähriger Herausgeber der Onlinedatenbank „Personalratspraxis“)