03.09.2019

Digitalisierung: Dienstvereinbarung zur IT-Infrastruktur in den Schulen in NRW

Der Einfluss digitaler Medien auf das Lern- und Lebensumfeld von Kindern und Jugendlichen nimmt stetig zu. Im Rahmen ihres Bildungs- und Erziehungsauftrags will die Schule notwendige Unterstützung leisten. Dies soll in NRW u.a. durch die Basis-IT-Infrastruktur LOGINEO NRW erreicht werden. Hierzu haben das Ministerium für Schule und Bildung des Landes NRW und die Hauptpersonalräte der verschiedenen Schulformen eine Dienstvereinbarung zur Einführung, Nutzung und Weiterentwicklung abgeschlossen. Ein Grund für diese Regelung liegt in der wesentlichen Änderung der Arbeitsbedingungen von Lehrerinnen und Lehrern. Welche Bedeutung diesen Maßnahmen beigemessen wird, ergibt sich bereits aus der außergewöhnlich langen Präambel der Dienstvereinbarung.

Digitalisierung

Anpassung an an die digitale Welt

In NRW haben das Ministerium für Schule und Bildung und der Hauptpersonalrat für Lehrkräfte eine Dienstvereinbarung im Zusammenhang mit der Einführung der Basis-IT-Infrastruktur LOGINEO abgeschlossen. Sie wird als ein wichtiger Beitrag zur Schul- und Unterrichtsentwicklung in der digitalen Welt gewertet. In der breit angelegten Präambel wird darauf verwiesen, dass die Lernkultur der Schule nachhaltig von den vielfältigen Chancen der digitalen Welt profitieren wird. Schule werde künftig Kommunikations-, Organisations- und Kooperationsprozesse gezielter gestalten und optimieren können.

Bildungs- und Erziehungsauftrag im Bereich digitaler Medien

Der Einfluss digitaler Medien auf das Lern- und Lebensumfeld von Kindern und Jugendlichen nehme stetig zu. Im Rahmen des Bildungs- und Erziehungsauftrags leiste die Schule notwendige Unterstützung, um die Chancen digitaler Medien für das Lernen effektiv zu nutzen, aber auch in der Sensibilisierung für Gefahren und Missbrauch. Schülerinnen und Schüler müssten u.a. lernen, mit personenbezogenen Daten verantwortungsvoll umzugehen, um sich selbst und andere zu schützen; sie müssten mit rechtlichen Vorgaben vertraut sein, um sich sicher in der digitalen Welt zu bewegen.

Geschützter Lernraum im Internet

Mit LOGINEO NRW erhielten Schulen einen eigenen geschützten Lernraum im Internet, der den Anforderungen des Datenschutzes entspreche und den verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien unterstütze und schule.

LOGINEO NRW könne nur dann von Schulen in ihrer Bildungsarbeit effektiv genutzt werden,

  • wenn die Schulen mit schnellen Internetzugängen, WLAN in Unterrichtsräumen und Lehrerzimmern sowie geeigneter Präsentationstechnik ausgestattet seien sowie Endgeräte, mit denen Lernende wie Lehrende digitale Medien einsetzen und bearbeiten können, verfügbar sind,
  • wenn digitale Lernmittel über eine Bildungssuche recherchiert und eingesetzt werden, weil diese nicht nur fachlich hochwertig, sondern auch mit den notwendigen Rechten für den Einsatz im Unterricht ausgestattet sind,
  • wenn die Medienkompetenzen der Schülerinnen und Schüler systematisch gefördert und aufgebaut würden; damit werde auch der effektive Umgang mit Lernmitteln für das fachliche Lernen geschult, und
  • wenn Schulen und Lehrkräfte nachhaltige Unterstützung in allen Fragen der Mediennutzung in Schule und Unterricht erhielten; dabei seien Medienberaterinnen und Medienberater, aber auch Fachmoderatorinnen und Fachmoderatoren der Kompetenzteams NRW und der Bezirksregierungen besonders gefordert.

 

Fehlende digitale Infrastruktur für Lehrer

Nicht erst mit LOGINEO NRW veränderten sich die Arbeitsbedingungen von Lehrerinnen und Lehrern in der digitalen Welt: Bei der Unterrichtsvorbereitung werde das Internet durchforstet, Arbeits- und Textblätter würden digital gestaltet, für den Austausch der Kolleginnen und Kollegen untereinander würden elektronische Medien eingesetzt. Gleichzeitig stehe bisher selten eine Infrastruktur zur Verfügung, die nicht nur praktisch ist, sondern auch dem Datenschutz und weiteren rechtlichen Anforderungen gerecht werden könne.

Finanzielle Mittel für den Ausbau der IT-Infrastruktur

Das Landesprojekt „Gute Schule 2020“ stellt den kommunalen Schulträgern seit dem 1.1.2017 insgesamt 2 Mrd. € für vier Jahre in Aussicht, um Schulgebäude zu sanieren, Schulen neu zu bauen und in die IT-Infrastruktur der Schulen zu investieren. Hiermit seien grundlegende Voraussetzungen geschaffen, die es ermöglichten, dass sich die schulische IT-Ausstattung in diesen vier Jahren entscheidend verbessert und Lernende wie Lehrende diese verlässlich nutzen könnten. Die „Gemeinsame Erklärung – Schule in der digitalen Welt“ des Landes mit den kommunalen Spitzenverbänden zur Umsetzung von „Gute Schule 2020“ weist in diese Richtung und zeigt, dass Land und Kommunen diese Herausforderung gemeinsam bewältigen wollen.

Klare Regelungen durch Dienstvereinbarung

Für die Einführung und Weiterentwicklung von LOGINEO NRW würden mit der Dienstvereinbarung klare Regelungen geschaffen. Sie komme der Fürsorgepflicht den Beschäftigten gegenüber nach und stelle einen notwendigen Schutz vor Mehrbelastung und Arbeitsverdichtung sicher. Der Schutz vor Leistungs- und Verhaltenskontrollen sei gewährleistet. Haftungsfragen für die Nutzung privater Geräte seien auf der Grundlage der Dienstanweisung für die automatisierte Verarbeitung von personenbezogenen Daten in der Schule geklärt.

Evaluation wird folgen

Inwieweit diese Regelungen den Anforderungen des beruflichen Alltags genügen, werde eine wissenschaftliche Evaluation untersuchen, mit der die Erfahrungen der Kollegien zur Einführung und Nutzung von LOGINEO NRW ausgewertet werden.

Autor: Werner Plaggemeier (langjähriger Herausgeber der Onlinedatenbank „Personalratspraxis“)