News | Geschäftsführung Betriebsrat
02.06.2015

Deutsche Bank in der Krise

Es sei der „erste offene Angriff auf die Chefs“, schlagzeilt das „Handelsblatt“ letzte Woche: Ein Betriebsrat der Deutschen Bank fordert den Rücktritt des Co-Chefs der Deutschen Bank, Anshu Jain. Allerdings findet die Forderung beim Konzernbetriebsrat nur halbherzige Zustimmung.

Bulle und Baer Deutsche Bank© psdesign1 /​ fotolia.com

Change of Jain

Geschäftsführung Betriebsrat. In der Frankfurter Zentrale zeigten Betriebsräte am Rande der Hauptversammlung des Bankhauses in der vorigen Woche klare Kante. Wie die „Frankfurter Allgemeiner Zeitung“ berichtet, legten sie vergangene Woche Flugblätter aus. Darin fordern sie indirekt den Rücktritt des Ko-Vorstandsvorsitzenden Anshu Jain und anderer Mitglieder des Vorstands. Unter der Überschrift „Wind of Change? Wind of Jain?“ kritisierten sie den schlechten Zustand der Bank und das angeschlagene Bild in der Öffentlichkeit: „Ein radikaler Neuanfang gäbe uns hier Glaubwürdigkeit zurück und könnte eine echte Aufbruchstimmung erzeugen“, zitiert die Zeitung aus dem Schreiben.

Protestpapier von Heibach und Jösch

Unterzeichnet haben das Papier dem Bericht zufolge Wolfgang Heibach, Vorsitzender des Betriebsrats der Zentrale, und sein Stellvertreter, Tobias Jösch. Sie vertreten die Interessen der 2500 Mitarbeiter im Frankfurter Stammhaus mit dem Doppeltürmen.

Flugblattaktion nicht unumstritten

Allerdings sei auch innerhalb dieser Betriebsratsgruppe die Flugblattaktion nicht unumstritten. Der Vorsitzende des Konzernbetriebsrates und stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende, Alfred Herling, sagte der Zeitung, dass das Flugblatt nicht mit anderen Betriebsräten abgestimmt worden sei. Aber auch er habe betont, dass eine solche Abstimmung der einzelnen Gruppen untereinander auch nicht nötig sei.

Historisch schlechte Zustimmungsquoten

Die beiden Vorstandsvorsitzenden Jain und Jürgen Fitschen wie auch die übrigen Vorstandsmitglieder hätten historisch schlechte Zustimmungsquoten erhalten. Auch auf diese schlechten Ergebnisse gingen die Betriebsräte in ihrem Flugblatt ein. Sie bezeichneten sie als „Misstrauensvotum der Aktionäre“. „In der Politik hat es schon für Weniger Rücktritte gegeben“, so die Verfasser.

Unbefriedigendes Abstimmungsergebnis auf der Hauptversammlung

Herling habe gesagt: „Nach diesem unbefriedigenden Abstimmungsergebnis auf der Hauptversammlung ist der gesamte Vorstand in der Pflicht, das Vertrauen in die Bank wieder zu verbessern.“ Das würden auch die Mitarbeiter erwarten.

Bedauern um Neske-Weggang

Den Weggang des bisherigen Privatkundenvorstands Rainer Neske bedauerten dem Zeitungsbericht zufolge hingegen die Flugblatt-Verfasser als „herben Schlag vor allem für das Standing unseres Hauses“. Die Strategie 2020 sei nun demaskiert als Stärkung des Investmentbankings zulasten des Privatkundengeschäfts.

 

Autor: Friedrich Oehlerking 

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