News | Geschäftsführung Betriebsrat
08.07.2015

Deutsche Bahn: Konzernbetriebsrat besorgt über Umbaupläne

Kaum ist die Einigung mit den Lokführern unter Dach und Fach, da werden die Bahn-Mitarbeiter erneut aufgeschreckt. Diesmal von der Konzernführung. Bahn-Chef Rüdiger Grube redet von Sparkurs, Verschlankung und Bündelung – und verunsichert damit nachhaltig Mitarbeiter und Konzernbetriebsrat. Der wählte drastische Worte und warnt vor einer „Zerschlagung des Konzerns“.

Bahn plant Konzernumbau© Leonid Andronov /​ fotolia.com

Beschäftigte massiv verunsichert

Geschäftsführung Betriebsrat. Der angekündigte Umbau der Deutschen Bahn habe „die Beschäftigten massiv verunsichert“. Mit entsprechend drastischen Worten zitiert „BizTravel“ den Konzernbetriebsrat.

Durch Umbau wieder profitabler

DB-Chef Rüdiger Grube habe angekündigt, den Bundeskonzern durch einen Umbau wieder profitabler zu machen. Die Bahn stehe im Fernverkehr wegen der Konkurrenz durch Fernbusse unter Druck. Im Regionalverkehr habe sie bei Ausschreibungen Marktanteile verloren. Auch der Güterverkehr schwächele. Hinzu kämen finanzielle Folgen der Lokführer-Streiks.

Lokführerstreiks beigelegt

Der Tarifkonflikt zwischen der Deutschen Bahn und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) wurde letzte Woche nach einem Jahr beigelegt. Die Lokführer lassen die Züge nun wieder störungsfrei fahren. Zuvor hatten sich Bahn und die Lokführergewerkschaft GDL geeinigt, wie der Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) und Brandenburgs früherer Regierungschef Matthias Platzeck (SPD) als Schlichter am Mittwoch in Berlin mitteilten.

Abbau von Überstunden vereinbart

Unter anderem sei der Abbau von Überstunden als Aufgabe für beide Seiten vereinbart worden. 100 Zugbegleiter und 300 Lokführer würden nun zusätzlich eingestellt, kündigte Ramelow an. Es gebe für Arbeitnehmer künftig auch die Möglichkeit, ihre Arbeitszeit zu senken.

Bundesrahmentarifvertrag „Zug“

Es gibt zudem nun einen Bundesrahmentarifvertrag „Zug“. Damit ist eine zentrale Forderung der GDL erfüllt. Nach Angaben der Schlichter wurden insgesamt 16 Verträge unterschrieben. GDL habe damit spürbare Einkommenserhöhungen und eine Verkürzung der Arbeitszeit erreicht. Die Entgelte steigen demnach bereits diesen Monat um 3,5 Prozent und am 1. Mai nächsten Jahres um weitere 1,6 Prozent. Hinzu komme eine Einmalzahlung von 350 Euro.

Ergebnis mit EVG

Dasselbe Ergebnis musste die Bahn der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) zugestehen. Nach Angaben von Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber profitieren 160.000 Kollegen. 2018 sinkt nach den Worten von GDL-Chef Claus Weselsky die wöchentliche Arbeitszeit des Zugpersonals um eine Stunde auf 38 Stunden. Zudem gebe es Regelungen zur Altersteilzeit und zu Überstunden sowie Neueinstellungen.

Streikfolgen für Konzern

In wieweit diese Ergebnisse direkt für die jetzt von Grube bekannt gemachten Umbaupläne in Zusammenhang stehen, wurde nicht mitgeteilt. Der Vorsitzende des Bahn-Konzernbetriebsrates Jens Schwarz wird in den Medien mit den vielsagenden Worten wiedergegeben: „Was Schlagworte wie Sparkurs, Verschlankung und Bündelung bedeuten, wissen unsere Kollegen nur zu gut und sorgen sich folglich um ihre Zukunft.“ Und: „Der heutige Konzernverbund darf aus unserer Sicht keinesfalls zerschlagen werden“, so Schwarz‘ deutliche Warnung.

 

Autor: Friedrich Oehlerking (Friedrich Oehlerking ist erfahrener Journalist und berät Betriebsräte bei ihrer Pressearbeit.)

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