01.02.2019

Das Vertrauen der Bevölkerung in die Institutionen sinkt

Nach einer jüngsten Umfrage ist das Vertrauen der Bevölkerung zu fast allen gesellschaftlichen Institutionen im Vergleich zur Vorjahreserhebung wesentlich geschrumpft. Selbst die Polizei hat im Vergleich zum Vorjahr 5 Prozentpunkte eingebüßt, führt aber mit 78 Prozent die „Vertrauensliste“ weiterhin an. Ein Rückgang des Vertrauens besteht auch gegenüber dem Arbeitgeber, kommunalen Einrichtungen, Schulen und Rundfunkanstalten.

Vertrauen

Das Vertrauen ist erschüttert

Das Meinungsforschungsinstitut Forsa führte in der Zeit vom 19.12.2018 bis 2.1.2019 eine Umfrage bei 2515 Menschen durch. Es setzte damit eine Aktion fort, die seit mehr als zehn Jahren von ihm betrieben worden ist. Der Chef des Instituts, Prof. Güllner, ließ eine seiner Feststellungen online veröffentlichen, „eine derart flächendeckende Vertrauens-Erosion wie in diesem Jahr haben wir in diesem Zeitraum noch nie gemessen.“

Auch die Polizei ist betroffen

Die „Vertrauensliste“ wird von der Polizei angeführt, die 78 Prozent erreichte. Ihr folgen die Universitäten und Ärzte mit jeweils 77 Prozent. Allerdings hat sogar die Polizei im Vergleich zum vergangenen Jahr fünf Prozentpunkte eingebüßt.

Vertrauensverlust bei kommunalen Unternehmen

66 Prozent der Befragten vertrauen ihren eigenen Arbeitgebern, ein gleichwertiger Anteil der Bevölkerung hat Vertrauen in kommunale Unternehmen. Bei den „eigenen Arbeitgebern“ und „kommunalen Unternehmen“ machen die Verluste neun bzw. sechs Prozent aus.

Schule und Radio

Bei den Schulen sowie beim Radio äußerten sich 53 bzw. 51 Prozent der Befragten positiv. Somit ist ein Rückgang von zehn bzw. fünf Prozentpunkten auszumachen.

Krankenkasse, Gewerkschaften und Presse im Mittelfeld

Die Krankenkassen und Gewerkschaften erreichten jeweils 46 Prozent. Die Presse erreichte zwar lediglich 41 Prozent, kann jedoch trotzdem einen Anstieg um einen Prozentpunkt vorweisen.

Verlierer im Ranking ist die Bundeswehr

Einen der größten Vertrauensverluste erlitt die Bundeswehr, deren Rating gegenüber dem Vorjahr um 13 Prozentpunkte auf 40 Prozent sank.

Kirche verliert an Vertrauen

Der Negativrekord geht jedoch auf das Konto des Papstes, der mit einem Rückgang von 20 Prozentpunkten lediglich 34 Prozent der Befragten für sich gewinnen konnte. Das Vertrauen in die Katholische Kirche schrumpfte um gut ein Drittel (neun Prozentpunkte) und ging auf 18 Prozent der Deutschen zurück. Auch bei der Evangelischen Kirche sieht es nicht viel besser aus – 38 Prozent, was einen Rückgang von 10 Prozentpunkten innerhalb eines Jahres bedeutet.

Der Zentralrat der Juden sowie der Zentralrat der Muslime büßten im Vergleich zum Vorjahr drei bzw. vier Prozentpunkte ein. Sie wurden von 34 bzw. neun Prozent der Befragten als vertrauenswürdig erachtet.

Unternehmer, Fernsehen, Banken und Versicherungen

30 Prozent der Deutschen vertraut den Unternehmern, 27 Prozent dem Fernsehen und je 18 Prozent den Banken und Versicherungen.

Autor: Werner Plaggemeier (langjähriger Herausgeber der Onlinedatenbank „Personalratspraxis“)