News | Geschäftsführung Betriebsrat
04.10.2016

Commerzbank will mit Betriebsrat kooperieren

Der Banken-Markt ist im Umbruch. Wie sehr, zeigt das zweitgrößte deutsche Bankhaus, die Commerzbank. Gut jeder fünfter Arbeitsplatz soll in den kommenden Jahren wegfallen. Die Veränderung will man verantwortungsvoll durchführen. Mit dem Betriebsrat wolle man kooperativ zusammenarbeiten.

Betriebsbedingte Kündigungen© okanakdeniz /​ fotolia.com

Rosskur und schwere Gespräche mit Arbeitnehmern

Geschäftsführung Betriebsrat. Eine wahre Rosskur steht der Bank bevor. Und entsprechend schwere Gespräche mit den Arbeitnehmern. Dienstleistungsgewerkschaft ver.di äußerte umgehend Kritik an den Abbauplänen.

Kooperation mit Betriebsrat

Die Commerzbank will bei dem radikalen Personalabbau möglichst sozialverträglich vorgehen. Man wolle das „verantwortungsvoll und fair“ tun, erklärte Vorstandsvorsitzender Martin Zielke. Deutschlands zweitgrößte Bank wolle dabei mit dem Betriebsrat „so kooperativ wie möglich“ zusammenarbeiten, schreibt „finanzen.net“. Das Frankfurter Geldhaus will in den kommenden Jahren 9.600 Stellen streichen, gut jede fünfte.

Kerngeschäft neu definieren

Einzelheiten zum Stellenabbau sind noch nicht bekannt. Nur so viel: Die Bank verfolgt die Strategie, Privatkunden- und Firmenkundengeschäft als Kerngeschäft der Commerzbank zu definieren, auszubauen und zu stärken.

Einschneidender Abbau angekündigt

Vor drei Jahren hatte die Commerzbank bereits unter Martin Blessing den Abbau von 5.200 Stellen angekündigt. Den konnte sie dem Bericht zufolge noch ohne Kündigungen umsetzen. Der jetzt angekündigte Abbau bei der Bank sei wesentlich einschneidender. Ob man auch diesmal wieder ohne betriebsbedingte Kündigungen auskommen wird, ist offen.

Nicht mit betriebsbedingten Kündigungen drohen

Man dürfe den Beschäftigten jedoch nicht mit betriebsbedingten Kündigungen drohen, fordert ver.di. Die Belegschaft leiste eine hervorragende Arbeit. „Angesichts der Dimension des geplanten Konzernumbaus ist der Vorstand aufgefordert, vor Aufnahme der Verhandlungen gegenüber der Belegschaft eine belastbare Erklärung zum sozialverträglichen Umgang und zur Vorgehensweise abzugeben“, so ver.di-Bundesvorstandsmitglied Christoph Meister laut einer Pressemitteilung seiner Gewerkschaft.

Vorstand muss liefern

In den letzten Jahren hätten bereits viele tausend Beschäftigte ihren Arbeitsplatz bei der Bank verloren. Jetzt muss der Vorstand liefern. Er müsse „jetzt aufzeigen, dass sich die anhaltende Niedrigzinsphase, Digitalisierung und Regulierung nicht zu einem gefährlichen Giftcocktail für gut qualifizierte Bankbeschäftigte entwickeln“, erklärte Meister.

Stärkung der Filialen

ver.di begrüßt die Strategie zur Neudefinition des Kerngeschäftes. Damit würden die Filialen gestärkt, betonte Meister. Das Geldinstitut nehme die Digitalisierung des Bankgeschäftes ernst und wolle sie maßgeblich mitgestalten. Das sei nicht von der Hand zu weisen. „Die Umsetzung, konkrete Zeitpläne und Schlussfolgerungen sind aber noch völlig unklar“, stellte Meister klar.

Nicht nachvollziehbare Auswirkungen für Beschäftigte

Vor diesem Hintergrund seien auch angebliche Auswirkungen für die Beschäftigten nicht nachvollziehbar. Es müsse jetzt darum gehen, die Neuausrichtung des Geldinstituts gemeinsam mit weiterhin engagierten Mitarbeitern zu gestalten, anstatt ihnen mit Stellenabbauplänen Angst zu machen.

Autor: Friedrich Oehlerking 

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