News | Mitbestimmung
07.07.2015

Coca Cola will Werk Soest schließen

Bei der gegenwärtigen Hitze erfrischt Coca Cola – aber nicht die Gemüter in Soest. Dort erhitzen im Gegenteil die Gemüter Pläne der Unternehmensleitung, das örtliche Werk zu schließen. Der Betriebsrat wehrt sich mit allen Kräften gegen die Werksschließung und will wenigstens einen Teilerhalt erzielen.

Schließung Werk Soest© Christoph Jirjahlke /​ fotolia.com

167 von 228 Mitarbeitern betroffen

Mitbestimmung. Die Coca-Cola-Erfrischungsgetränke AG will ihren Standort in Soest schließen. 167 von 228 Mitarbeitern seien davon betroffen, berichtet die „WAZ“ unter Berufung auf Unternehmenskreise. Die Arbeitnehmervertreter, Betriebsrat und Gewerkschaft NGG, kämpften für zumindest einen Teilerhalt des Standorts. Vor dem Wochenende sollten die Beschäftigten auf einer Betriebsversammlung erfahren, wie weit der Brausehersteller und der Betriebsrat dabei gekommen sind.

Verhandlungsspielraum vorhanden

Nach Einschätzung der Zeitung scheint es Verhandlungsspielraum zu geben. Ein Strukturtarifvertrag sei geschlossen worden. Vorschläge der Arbeitnehmervertreter habe man „intensiv diskutiert und geprüft“, wird eine Sprecherin von Coca-Cola zitiert. Für Montag und Dienstag dieser Woche seien weitere Gespräche vereinbart. Das Ziel umschrieb eine Unternehmenssprecherin in der Coca-Cola Deutschland-Zentrale in Berlin mit den Worten: „Wir wollen, soweit es geht, betriebsbedingte Kündigungen vermeiden.“

Produktionsende bereits Ende August

Der Konzern will dem Bericht zufolge die Produktion in Soest bereits Ende August dicht machen. Das Vertriebslager soll dann im zweiten Schritt Ende März 2016 schließen.

Vertrieb nur mittelbar betroffen

Von den Schließungsplänen nur mittelbar betroffen seien die Mitarbeiter im Vertrieb in der Region. Sie können laut Coca-Cola ihre Arbeit unabhängig vom Standort Soest fortführen.

Mitarbeiter geschockt

Bereits im Mai hatte die Konzernleitung ihre Pläne verkündet. Daraufhin hatten sich laut einem Bericht des „WDR“ „die geschockten Mitarbeiter zu einer Betriebsversammlung“ getroffen. Die Kollegen seien sprachlos gewesen, berichtete Betriebsrat Wilfried Pälmer. Er kündigte an, man wolle sich um Alternativen bemühen, um noch Arbeitsplätze zu retten. Geschlossen werden die Produktion und die Logistik. Gerade für die rund 100 Mitarbeiter im Logistikbereich sieht der Betriebsrat noch eine Chance.

Autor: Friedrich Oehlerking 

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