News | Geschäftsführung Betriebsrat
11.03.2016

Coca-Cola-Betriebsrat kämpft um Arbeitsplätze

Das Zuckerwasser stößt den mehr als 300 Beschäftigten bei Coca-Cola in Hemelingen bitter auf. Grund: Die meisten von ihnen werden wohl im Sommer ihren Arbeitsplatz verlieren. Der Betriebsrat will ihre Arbeitsplätze nicht kampflos aufgeben. Er informierte jetzt über geplante Schritte.

Arbeitsplatzsicherung© studiostoks /​ fotolia.com

Coca-Cola in Hemelingen ab Juli Geschichte

Geschäftsführung Betriebsrat. Für Ende Juli ist das Aus geplant. Dann wird das Werk in Hemelingen voraussichtlich geschlossen. Aber dann, so Thorsten Zierdt von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) laut einem Bericht des „Weserkuriers“, soll die Schließung „wenigstens so teuer wie möglich werden“.

Wie geht es nun weiter?

Am Dienstag vergangener Woche hatten die Beschäftigten von dem Aus des Coca-Cola-Werks erfahren. Danach gab es für die meisten eine große Frage: Wie geht es nun für uns weiter? Deswegen hatte der Betriebsrat für Freitagmittag zu einer Informationsveranstaltung in das Bürgerhaus geladen.

Seit 21 Jahren im Unternehmen

„Jetzt haben die Leute eher den Kopf dafür“, sagte Jens Steiner, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender, kurz vor der Veranstaltung. Auch ihn hatte die Nachricht vom Wochenbeginn überrascht. Er ist seit 21 Jahren im Unternehmen. Was am Dienstag geschehen sei, sei alles andere als schön gewesen, als hätte ihm jemand „den Boden unter den Füßen weggezogen“.

Rechte der Mitarbeiter

Auf der Veranstaltung klärte der Betriebsrat über Rechte der Mitarbeiter bei einer Werksschließung auf. „Sollte es dazu kommen, wird kein Mitarbeiter für lau gehen“, sagte Steiner. Man wolle versuchen, so viel wie möglich herauszuholen. Ältere Mitarbeiter sollen sich in die Rente retten können.

1,5-faches Monatsgehalt mal Beschäftigungsjahre

Zierdt hält als Abfindung etwa das 1,5-fache durchschnittliche Monatsgehalt multipliziert mit der Zahl der Beschäftigungsjahre für möglich. Für Beschäftigte, die länger als zehn Jahre im Hemelinger Werk beschäftigt sind, seien zudem Extrazahlungen von bis zu 20.000 Euro realistisch.

Verhandlungen mit Unternehmen

In den nächsten Wochen will der Betriebsrat des Werkes versuchen, mit dem Unternehmen über die mögliche Schließung zu verhandeln. Dabei wolle man sehen, ob wenigstens noch ein Teilerhalt des Standorts möglich ist, so Steiner. Das stärkste Argument sei dabei die Lage: in fünf Minuten auf der Autobahn, längst erzielte Einigung mit den Anwohnern. Proteste seien Vergangenheit.

Wenigstens übergangsweise Logistikzentrum?

Zierdt verweist darauf, dass der Bremer Standort wenigstens übergangsweise als Logistikzentrum dienen und vorerst mit einer kleineren Mannschaft betrieben werden könne.

Hilfe durch neutrale Beratungsfirma

Die Gespräche mit dem Konzern laufen bereits seit Beginn dieser Woche. Dabei solle eine neutrale Beratungsfirma helfen. Sie soll schon mehrfach an Standortentscheidungen bei Coca-Cola beteiligt gewesen sein. Gleichwohl gibt sich Zierdt realistisch. Fakt sei: Die Produktion in Bremen wird eingestellt – und damit „die Perle“, so der Betriebsrat.

Autor: Friedrich Oehlerking 

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