News | Geschäftsführung Betriebsrat 13.01.2017

Bundesverdienstkreuz für Betriebsratsvorsitzenden Hück

Selten dass ein Betriebsratsvorsitzender das Bundesverdienstkreuz bekommt. Dem von Porsche wird diese Ehre jetzt zuteil. „Für sein herausragendes Engagement“ bekommt er die Auszeichnung vom Bundespräsidenten. Hück will VW-Mitarbeiter ohne Job zu Porsche holen.

Betriebsratsvorsitzender Uwe Hück

Gauck: „Herausragendes Engagement“

Geschäftsführung Betriebsrat. Gesamtbetriebsratsvorsitzender und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender von Autohersteller Porsche: seit letzter Woche ist Uwe Hück zudem Träger des Bundesverdienstkreuzes. Bundespräsident Joachim Gauck hat ihm „für sein herausragendes Engagement“ das „Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik“ verliehen.

Kretschmann: „Leistungen für das Gemeinwesen“

Der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann (Grüne) gratulierte dem Ausgezeichneten per Brief. Hücks „herausragende Leistungen für das Gemeinwesen“ hätten die verdiente Anerkennung gefunden. Er sei sehr stolz auf die Auszeichnung, sagt Hück laut „Stuttgarter Nachrichten“. Der Brief Kretschmanns habe ihn völlig überrascht. Der Einsatz für benachteiligte Menschen sowie kranke Kinder und Jugendliche unabhängig von sozialer, nationaler oder ethnischer Herkunft treibe ihn an. Das Verdienstkreuz helfe ihm, seinen Weg unbeirrt weiter zu gehen.

Blume: „Verlässlichkeit zum Wohl von Unternehmen und Mitarbeitern“

Hück stehe für Verlässlichkeit – „hart in der Verhandlung, aber immer für das Wohl des Unternehmens und der Mitarbeiter im Einsatz“, zitiert das Blatt Porsche-Vorstandschef Oliver Blume. Dabei beweise er strategischen Weitblick – „zuletzt bei den Verhandlungen um den Produktionsstandort für den ersten rein elektrisch betriebenen Porsche“.

VW-Beschäftigte ohne Job für Porsche

Dabei geht Hücks Blick auch über die eigene Belegschaft bei Porsche hinaus. Vor Weihnachten schlug er vor, dass Porsche VW-Beschäftigte ohne Job übernehmen solle. Bei VW in Deutschland sollen 23.000 Arbeitsplätze abgebaut werden. VW-Konzernchef Matthias Müller hatte im Sommer eine neue Konzernstrategie angekündigt.

Porsches vom VW-Fließband

Porsche gehöre zum Volkswagen-Konzern. Man stehe bereit um Konzernhilfe zu leisten, sagte Hück im Interview mit den „Stuttgarter Nachrichten“. Ähnlich habe man bei Porsche schon in der Vergangenheit entschieden. Zum Beispiel wurden im Sommer 152 Mitarbeiter von VW Sachsen befristet in die Porsche Leipzig GmbH übernommen. Um Beschäftigung bei VW Osnabrück zu sichern, laufen dort 2017 insgesamt 6.000 Porsche Cayman vom Band.

Solidarität jetzt angesagt

Hück: „Und wir helfen 100 Leiharbeitern, deren Verträge im Dezember bei Audi Neckarsulm auslaufen, indem wir anbieten, sie bei Porsche in Zuffenhausen befristet in der Produktion einzustellen.“ Porsche biete das nötige Wachstum dafür. Solidarität sei jetzt angesagt.

Sorgen bei VW in Wolfsburg

Auch im Konzernbetriebsrat von Volkswagen in Wolfsburg macht man sich Sorgen um die Zukunft. „Wir müssen die Frage beantworten, wie wir uns auf der Arbeitnehmerseite organisieren, damit die Interessen unserer Kolleginnen und Kollegen auch in einer neuen Struktur effektiv gewahrt bleiben“, betonte Gunnar Kilian, Generalsekretär des Konzernbetriebsrates, laut einem Bericht der „Wolfsburger Allgemeinen“.

Neubesetzung im Aufsichtsrat von Volkswagen

Für den VW-Konzernbetriebsrat steht 2017 eine Neubesetzung der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat von Volkswagen an. Darüber sollen Anfang April mehr als 800 Delegierte aus allen Marken und von allen Standorten des Konzerns in Deutschland entscheiden.

Autor: Friedrich Oehlerking (Friedrich Oehlerking ist erfahrener Journalist und berät Betriebsräte bei ihrer Pressearbeit.)