News | Arbeitsrecht
13.05.2015

Bilfinger plant Stellenabbau

Am 23. April gibt Baukonzern Bilfinger die vorerst letzte Gewinnwarnung nach einer Reihe anderer heraus. Einen Tag später geht ein Brief des Konzernbetriebsrates an die Unternehmensführung ab. Hauptinhalt: Kein Arbeitsplatzabbau, keine Betriebsschließungen, zur Lösung der Probleme gibt es andere Lösungen.

Rotstift© erwo 1/​ iStock /​Thinkstock

Gegen weiteren Stellenabbau

Arbeitsrecht. Der Betriebsrat des Bau- und Dienstleistungskonzerns Bilfinger kämpft gegen weiteren Arbeitsplatzabbau. Auf dieses Instrument werde viel zu schnell zurückgegriffen, kritisierte laut „Reuters“ die Arbeitnehmervertretung in einem Brief an Vorstandschef Herbert Bodner. Dem werde sich der Konzernbetriebsrat entgegenstellen. Einen etwaigen Personalabbau sowie Betriebsschließungen werde man nicht ohne Widerstand hinnehmen, schreibt das „Handelsblatt“.

Enge Zusammenarbeit

Betriebsrat und Management sollen dem Bericht zufolge eng zusammenarbeiten. Vor diesem Hintergrund wird die Kritik am Vorstand jetzt als „harsch“ bezeichnet. Die Hinweise der Arbeitnehmervertreter auf Fehlentwicklungen seien nicht gehört worden. Die Prognosefähigkeit des Vorstands sei anzuzweifeln. Der Vorstand müsse endlich strategisch auf die wirtschaftliche Schieflage von Bilfinger reagieren.

Kritik angekommen

„Das ist hier angekommen“, zitiert das Blatt einen Sprecher von Bilfinger. Der Brief werde aber nicht als Kriegserklärung verstanden. Die Forderung nach einem Konzept sei berechtigt. Ein solches kündigte ein Unternehmenssprecher schon für die nächsten Wochen und Monaten an.

Über 1.600 Arbeitsplätze gefährdet

Im Raum stehen Pläne zum Stellenabbau von 1250 Stellen in der Verwaltung sowie der laufende Abbau von 370 Arbeitsplätzen im Hauptkrisenherd, dem Geschäftsfeld Power. Dies hätten die Betriebsräte lange konstruktiv begleitet. Doch die Lage habe sich verschlechtert. Eine Sanierung der Sparte stehe bevor, zumal nach Antritt des neuen Vorstandschefs Per Utnegaard im Juni. Er wurde auf der Hauptversammlung des Unternehmens vergangene Woche vorgestellt.

Ein Koch verdarb den Brei

Für die Misere des Konzerns machen Aktionärsschützer im Wesentlichen den früheren Bilfinger-Chef Roland Koch verantwortlich. Zwei Milliarden Euro Vermögen habe er versenkt. Der ehemalige hessische Ministerpräsident Koch war von 2011 bis 2014 Vorstandsvorsitzender von Bilfinger, 2014 trennte man sich in „gegenseitigem Einvernehmen“. Inzwischen ist die Führung im Konzern ausgetauscht. Großaktionär Cevian stellt mit Eckard Cordes den Aufsichtsratschef und auch Utnegaard soll ein Mann von Cevians Gnaden sein, schreibt das „Handelsblatt“.

Autor: Friedrich Oehlerking 

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