News | Geschäftsführung Betriebsrat
04.02.2015

Betriebsratswahl 2014: Frauenquote richtet sich nach Frauenanteil

Rückblick Betriebsratswahl 2014: Der typische Betriebsrat in Deutschland ist männlich, über 46 Jahre alt und hat vor allem eins: Erfahrung. Das zeigt die Befragung zur Betriebsratswahl 2014 des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Frauen haben demnach im vergangenen Jahr im Durchschnitt nur ein Viertel der Mandate errungen. Allerdings entspricht die Quote weiblicher Mandatsträger damit meist dem Frauenanteil in den untersuchten Unternehmen, wie eine Untersuchung des IW zeigt.

Wahlurne© Zoonar /​ Thinkstock

Geschäftsführung Betriebsrat. Köln. 4. Februar 2015 – Frauen haben bei den Wahlen zu Betriebs- und Personalräten im vergangenen Jahr im Durchschnitt nur ein Viertel der Mandate errungen. Das zeigte eine aktuelle Befragung über die Betriebsratswahl 2014 des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW), deren Ergebnisse jetzt veröffentlicht wurden.

Betriebsratswahl 2014: Zu  wenig weibliche Beschäftigte

Die Quote weiblicher Mandatsträger entspricht demnach meist dem Frauenanteil in den untersuchten Unternehmen. In lediglich 9 Prozent der Firmen seien Frauen im Betriebsrat daran gemessen tatsächlich unterrepräsentiert. Der Grund laut IW: Es kandidieren zu wenig weibliche Beschäftige bei der Betriebsratswahl für den Betriebsrat.

Betriebsräte als Ansprechpartner etabliert

Die IW-Befragung zur Betriebsratswahl zeigt zugleich, dass sich Betriebsräte als Ansprechpartner für die Belange der Belegschaft etabliert haben – die Wahlbeteiligung liegt bei 76,7 Prozent.

Hohe und steigende Wiederwahlquote

Bei ihrer Entscheidung setzten die Wahlberechtigten auf Kontinuität: Durchschnittlich wählten sie zwei Drittel der Betriebsräte wieder. Das hat nach Erkenntnis der Forscher auch einen erheblichen Einfluss auf die Zusammensetzung der Betriebsräte nach Altersgruppen. Die hohe und steigende Wiederwahlquote habe zu einem immer größeren Anteil der 46- bis 59-jährigen Mandatsträger geführt. Mehr als die Hälfte der Betriebsratsmitglieder gehört mittlerweile zu dieser Altersgruppe.

Lebens- und Berufserfahrung für Betriebsratswahl wichtig 

Die oder der Betriebsratsvorsitzende ist sogar in sieben von zehn Fällen zwischen 46 und 59 Jahre alt und seit durchschnittlich 23 Jahren im Unternehmen beschäftigt. Offenbar setzen die Belegschaften weniger auf das Geschlecht der Bewerber denn auf Lebens- und Berufserfahrung.

Karrierewunsch Betriebsrat

Und noch eine Erkenntnis der Umfrage: Für manchen ist offenbar eine Karriere als betrieblicher Interessenvertreter ansprechender als eine im angestammten Beruf. Das signalisiert in den Augen der IW-Experten der sehr große Anteil älterer Betriebsratsmitglieder und –vorsitzender. Ein Karrierewunsch nicht ohne Risiko. Was nämlich, wenn sie plötzlich nicht wieder gewählt werden? Solche Interessenvertreter fallen oft ins berufliche Aus – und immer öfter ins gesellschaftliche, wie Oliver Stettes vom IW gegenüber unserer Redaktion zu Bedenken gibt.

Autor: Friedrich Oehlerking 

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