News | Geschäftsführung Betriebsrat
23.09.2016

Betriebsrat: Weniger Jobs durch E-Autos?

Daimler setzt in Zukunft vermehrt auf Elektroautos. Die bisher eingesetzten Verbrennungsmotoren sichern vielen Arbeitnehmern Lohn und Brot. Die neuen Elektromotoren lassen sich mit erheblich weniger Personal herstellen. Der Konzern- und Gesamtbetriebsratsvorsitzender Michael Brecht sieht diese Entwicklung mit Sorge und fordert den Umbau der Produktion.

E-Auto am Stromkabel© Picture-Factory /​ fotolia.de

Große Elektroauto-Offensive

Ein Elektromotor lässt sich mit deutlich weniger Personal bauen als ein Verbrennungsmotor. In einem am Samstag veröffentlichten Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters sagte Brecht, der zugleich stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender von Daimler ist: „Das wird deutliche Effekte auf die Beschäftigung haben, wenn es uns nicht gelingt, an der Fertigungstiefe teilzuhaben. Wir wollen aber, dass die deutschen Daimler-Standorte an der Elektrostrategie des Unternehmens partizipieren und zwar nicht nur in der Forschung und Entwicklung, sondern auch in der Fertigung.“

Weg von Benzin- und Dieselmotoren

Der Konzern baut Benzin- und Dieselmotoren zum großen Teil selbst. Sinkt die benötigte Menge, sind nicht nur Arbeitsplätze in den Aggregate- sondern auch in den Montagewerken in Gefahr.

2006 wurden die Aggregatewerke von Mercedes-Benz Cars – Untertürkheim, Hamburg und Berlin – im sogenannten Powertrain-Verbund zusammengeschlossen, um Kompetenzen zu bündeln und die Aggregatefertigung zu stärken. In diesen Werken wird das Herzstück des Automobils produziert: der Antriebsstrang mit Motor, Getriebe, Achsen und den zugehörigen Komponenten. Das Werk Untertürkheim – zu dem sieben Werkteile zählen, u.a. Esslingen-Mettingen, Hedelfingen und Bad Cannstatt – ist das größte Aggregatewerk der Daimler AG.

Hin zum Elektromotor

Die meisten Elemente für die Elektromobilität holt sich der Autobauer dagegen woanders.  So fertigt die Tochter Deutsche Accumotive Lithium-Ionen-Batteriesysteme am Standort Kamenz in Sachsen. Antriebsmotoren für Elektro- und Hybridfahrzeuge  entwickelt und produziert Daimler im Rahmen eines Joint Venture zusammen mit Bosch im 2011 gegründeten Gemeinschaftsunternehmen EM-motive in Hildesheim.

Die Zukunft ist nicht aufzuhalten

Daimler, VW und andere namhafte Automobilhersteller haben Elektromobilität lange vernachlässigt. Jetzt wurde die deutsche Automobilbranche aufgeschreckt, als ausgerechnet die als behäbig verschriene Deutsche Post ein E-Auto gebaut hat. In einem Werk in Aachen stellt sie batteriebetriebene Nutzfahrzeuge her, straßentaugliche Transporter, mit denen sie zunächst Briefe und Pakete in deutschen Innenstädten zustellen will.

Spätestens im kommenden Jahrzehnt werden neue Batterien billiger und bieten mehr Reichweite. Dann werden strombetriebene Fahrzeuge zur Normalität auf unseren Straßen.

Autor: Astrid Hedrich 

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