News | Geschäftsführung Betriebsrat
29.02.2016

Betriebsrat glaubt an Produkte aus Friedrichshafen

„Schönen Gruß vom Getriebe!“ knarrt es, wenn man die Kupplung beim Schalten nicht durchtritt. „Schönen Gruß vom Betriebsrat!“ knarrt es jetzt bei ZF Friedrichshafen. Grund: MAN will keine Getriebe mehr vom See. Wie soll es weitergehen? fragt der Betriebsrat – und droht mit Protestaktionen.

Vorschläge zur Jobsicherung© Andrey Popov /​ fotolia.com

Künftig Scania-Getriebe für MAN

Geschäftsführung Betriebsrat. MAN will ab 2017 teilweise Scania-Getriebe anstelle der ZF-Getriebe einbauen. Das berichtete der „Südkurier“ bereits vor einem Jahr. Solange überlegt das Management schon, wie es danach weitergehen soll. Getan hat sich aber offenbar nichts. Die Geduld der Arbeitnehmervertreter ist zu Ende. Betriebsrat und IG Metall fordern Taten – und Vorschläge zur Jobsicherung.

„Hier stehen wir – wir können auch anders!“

Wie die „Schwäbische Zeitung“ berichtet, forderte der Betriebsrat auf einer Betriebsversammlung letzte Woche von der Konzernspitze Vorschläge, wie mit dem Problem wegbrechender MAN-Aufträge umzugehen ist. Man könne das Treffen auch „auf dem Adenauerplatz in Friedrichhafen fortsetzen“, hieß es.

Vorstand beschließt Einstellungsstopp

Zuvor hatten sich IG-Metall-Vertrauensleute der ZF bei ihrer Hauptversammlung mit ähnlichen Fragen beschäftigt:

  • Wie geht’s weiter, wenn MAN seine Ankündigung wahrmacht und tatsächlich keine Getriebe mehr bei ZF kauft?
  • Mit welchen alternativen Produkten kann die Zukunft des Standorts Friedrichshafen gesichert werden?
  • Und warum beschließt der Vorstand einen Einstellungsstopp?

Alternative für Kunden MAN gesucht

Der Betriebsrat fordere eine Alternative für den Kunden MAN. „Bisher ist uns nichts in Aussicht gestellt worden, kein neuer Kunde, kein neues Produkt, keine neuen Aufgaben“, zitiert die Zeitung den Betriebsratsvorsitzenden Achim Dietrich-Stephan. Die Unternehmensleitung betone Gesprächsbereitschaft. Der Betriebsrat aber wolle konkret verhandeln und „nicht nur reden“, so Dietrich-Stephan.

ZF nicht schlechtreden

Man höre immer nur, dass „wir zu teuer und zu unflexibel sind und einen zu hohen Krankenstand haben“. Dabei liefere der Standort seit Jahren gute Produkte pünktlich ab. Die Nutzfahrzeugproduktion am See habe in den vergangenen zehn Jahren eine Milliarde Euro Gewinn erwirtschaftet. Das hätten Berechnungen des Betriebsrats gezeigt. Angesichts dessen dürfe man den Standort nicht schlechtreden.

3000 Beschäftigte bangen um Jobs

Am Standort Friedrichshafen arbeiten 5000 in der Division T, davon rund 3000 Beschäftigte in der Getriebeproduktion. Insgesamt sind am Standort Friedrichshafen nach Angaben des „Südkuriers“ 9500 Menschen bei der ZF. Zu Spitzenzeiten verließen demnach 230.000 Getriebe jedes Jahr die Montage in Friedrichshafen. Nach Angaben des Betriebsrats im November vergangenen Jahres soll diese Zahl auf 175.000 nach unten korrigiert werden.

Autor: Friedrich Oehlerking 

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