News | Geschäftsführung Betriebsrat 19.02.2016

Betriebsrat gegen Ausstieg von U Shin aus Tarifbindung

Knapp drei Jahre ist es her – da wurde der französische Autozulieferer Valeo vom japanischen U Shin übernommen. Das Werk im oberbayerischen Erdweg blieb erhalten. Zur Freude der Mitarbeiter. Doch die ist nun eingetrübt. Die neue Herren aus Fernost haben die Tarifbindung aufgekündigt.

U Shin Erdweg ohne Tarifbindung

Geschäftsführung Betriebsrat. Für die etwa 230 Angestellten des Erdweger Automobilzulieferers U Shin fängt das Jahr nicht gut an. Sie kommen nicht mehr in Segnungen einer Tarifbindung. Das berichtet die „Süddeutsche Zeitung“.

Im Arbeitgeberverband Mitglied ohne Tarifbindung

Bereits zum 1. Dezember 2015 ist der japanische Konzern aus dem Vertrag ausgestiegen und nun im Arbeitgeberverband Mitglied ohne Tarifbindung. Das bestätigte die Standortleitung der Zeitung.

Unterstützung der IG Metall

Der Betriebsrat will nun mit Unterstützung der IG Metall Gespräche mit der Geschäftsleitung führen. Dabei will man diese möglicherweise noch umstimmen. Laut IG Metall stehen für die Beschäftigten wichtige bisherige Vereinbarungen auf dem Spiel zu

  • Weihnachtsgeld,
  • Arbeitszeit und
  • Urlaub.

Kaufpreis 233 Millionen Euro

U-Shin ist einer der größten asiatischen Hersteller von Zugangssystemen. Am Standort Erdweg stellt der japanische Automobilzulieferer Tür- und Lenkradschlösser her. Hier hat es seinen deutschen Hauptstandort. Es gibt eine Nebenproduktion in Ratingen. Die Geschäftsführung aller europäischen Standorte sitzt in Paris. Das Unternehmen besteht seit 1926. Es hatte Valeo am 1. April 2013 laut Presseberichten für 233 Millionen Euro gekauft.

Keine nennenswerten Umstrukturierungen

Seither habe es keine nennenswerten Umstrukturierungen gegeben, sagt IG-Metall-Sprecher Sebastian Roloff. In Erdweg selbst kursierten seinerzeit Gerüchte, wonach das Unternehmen nach seiner Übernahme möglicherweise abwandern werde.

Bisher kein Kontakt zur Führung

Der Betriebsrat habe bisher noch keinen Kontakt mit der neuen Führung gehabt. Vom Ausstieg aus dem Tarifvertrag sei er überrascht worden. Ausländische Firmen wüssten das deutsche System der Mitbestimmung nicht zu schätzen, so Roloff diplomatisch.

Keine unmittelbaren Vorteile

Unmittelbare Vorteile habe das Unternehmen von dem Tarifausstieg nicht. Für die Beschäftigten gilt weiter der bestehende Vertrag. Er kann nicht aufgekündigt werden. Die IG Metall kündigte für den Fall erfolgloser Gespräche einen Arbeitskampf an.

Autor: Friedrich Oehlerking (Friedrich Oehlerking ist erfahrener Journalist und berät Betriebsräte bei ihrer Pressearbeit.)