News | Geschäftsführung Betriebsrat 30.07.2015

Betriebsrat-Busting bei Edelmann

Betriebsräte können ja so lästig sein. Ein ARD-Bericht zeigte unlängst drei Beispiele, was Unternehmen sich so alles dagegen einfallen lassen. Stichwort: Betriebsrat-Busting. Auch bei dem Verpackungsspezialisten Carl Edelmann GmbH in Heidenheim sinnt man auf Abhilfe. Die Geschäftsleitung versucht, sich vom Vorsitzenden des Gesamtbetriebsrats zu trennen. Und greift in ihrer Not auf "absurde" Vorwürfe zurück, so ver.di.

Vorwurf des Arbeitszeitbetruges

Geschäftsführung Betriebsrat. Arbeitszeitbetrug – nicht mehr und nicht weniger wirft die Geschäftsleitung dem Vorsitzenden des Gesamtbetriebsrates vor. Er soll während der Arbeitszeit privat mit einem Kollegen gesprochen, diese Zeit aber nicht ausgestempelt haben.

Ausübung des Amtes

Ganz anders sieht laut „Heidenheimer Zeitung“ ver.di die Situation. Ihr zufolge habe der Betriebsrat in Ausübung seines Amtes mit dem Kollegen gesprochen. Die Gewerkschaft hat eine Petition online veröffentlicht. Danach habe der Betriebsrat bei Fragen der Arbeitszeiterfassung und der Einhaltung der Tarifverträge erfolgreich für die Rechte der Belegschaft gekämpft.

Beratungsgespräch mit einem Kollegen

„Sein Arbeitgeber versucht, ihn per fristlose Kündigung los zu werden – wegen eines Beratungsgesprächs mit einem Kollegen. Der Arbeitgeber ist der absurden Auffassung, das Gespräch hätte in der Pause stattfinden müssen“, schreibt ver.di dem Zeitungsbericht zufolge.

Betriebsräte-Busting: Auf der Suche nach einem Kündigungsgrund

Ein Gewerkschaftssekretär vermutet hier nur die Suche nach einem Kündigungsgrund. Der Edelmann-Konzern wolle „einen engagierten Betriebsrat loswerden“. Diesem sei Unternehmenssprecher Eschbaumer entgegen getreten. Laut Petitionstext ist die Edelmann Gruppe, zu der die Edelmann Leaflet Solutions GmbH gehört, führender Anbieter hochwertiger Kartonverpackungen, Packungsbeilagen und Systemlösungen. Die Gruppe mit Sitz in Heidenheim hat unter anderem Standorte in Lindau und Leverkusen.

Erfolgloser Einigungstermin vor dem Arbeitsgericht

Inzwischen habe es einen ersten Einigungstermin vor dem Arbeitsgericht gegeben, jedoch ohne Erfolg. Eine Verhandlung sei im September terminiert. Bei der Online-Petition hätten sich bereits zahlreiche andere Betriebsräte und Gewerkschafter mit ihrem Kollegen solidarisch erklärt. In ihr wird gefordert, die Kündigung zurückzunehmen und die Arbeit des Betriebsrats nicht zu behindern.

Autor: Friedrich Oehlerking (Friedrich Oehlerking ist erfahrener Journalist und berät Betriebsräte bei ihrer Pressearbeit.)