News | Mitbestimmung
15.06.2015

Betriebsrat befürchtet Arbeitsplatzabbau bei Johnson Controls

US-Automobilzulieferer Johnson Controls will offenbar seine Automotive-Sparte abtrennen. Überlegungen dazu sorgen jetzt bei Pfälzer Beschäftigten für Verunsicherung. Das Unternehmen hatte angekündigt, dass es strategische Möglichkeiten für die Sparte prüft. Zu ihr gehören auch 2011 übernommene Standorte in Kaiserslautern und Rockenhausen mit zusammen etwa 2280 Mitarbeitern.

Autositz Johnson Controls© Tomasz Zajda /​ fotolia.com

Maximale Verunsicherung

Mitbestimmung. Der Vorsitzende des Betriebsrats des Technologiezentrums von Johnson Controls in Kaiserslautern, Andreas Mayer, kritisierte die Pläne. Sie sorgten für „maximale Verunsicherung“ in der Belegschaft. Das Unternehmen verbuche Rekordergebnisse. In dem rund 680 Mitarbeiter zählenden Zentrum werden Autositze entwickelt, in Rockenhausen produzieren etwa 1600 Mitarbeiter Mechanismen und Metallteile für Sitze, meldet dpa.

Künftig stärker Mischkonzern

Der Konzern macht dem Bericht zufolge etwas mehr als die Hälfte seines Umsatzes mit der Sparte Automotive. Er wolle sich künftig stärker als Mischkonzern aufstellen. Zur Automotive-Sparte gehören neben Sitzen auch Armaturenbretter und Innenverkleidungen.

Joint Venture oder Ausgliederung

Zur Abtrennung der Sparte zitiert die Agentur einen Firmen-Sprecher dahingehend, man sei offen für alle Lösungen. Neben einem Verkauf kämen auch ein Joint Venture oder eine Ausgliederung infrage. Betriebsrat Mayer befürchtet eine Zerschlagung und fordert eine Beschäftigungssicherung für die Mitarbeiter.

Zulieferer für Automobilhersteller

Seit 2011 entwickeln rund 600 Fachkräfte in dem Unternehmen in Kaiserslautern und Rockenhausen Produkte um den Autositze, teils für das globale Firmennetz von Johnson Controls Automotive Experience, teils für Recaro Automotive Seating, eine Unternehmenseinheit, die die Marke Recaro unter Lizenz vermarktet. Dies reicht von Vorentwicklung über Herstellung von Prototypen und umfassende Testsysteme bis hin zu modernen Unfallsimulatoren.

Ausstattung von rund 50 Millionen Fahrzeugen pro Jahr

Johnson Controls sieht sich mit über 220 Standorten und der Ausstattung von rund 50 Millionen Fahrzeugen pro Jahr mit seinen Produkten weltweit als führend bei Autositzen, Dachhimmelsystemen, Mittelkonsolen, Türverkleidungen sowie Instrumententafeln. Mit seinen Produkten, Technologien und Fertigungsmethoden liefert das Unternehmen an die großen Automobilhersteller.

Autor: Friedrich Oehlerking 

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