News | Geschäftsführung Betriebsrat
10.11.2015

Betriebsräte diskutieren Arbeit 4.0

Ein Gespenst geht um in Betriebsratsversammlungen. Es heißt Industrie 4.0 und bedeutet für viele zugleich: Arbeit 4.0. Auf dem 14. Betriebsrätetag der IG Metall Siegen diskutierten darüber jetzt 330 Betriebsräte, Vertrauensleute, Jugend- und Ausbildungsvertreter und Schwerbehindertenvertreter aus Siegen-Wittgenstein.

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Geschäftsführung Betriebsrat. „Die Industrie 4.0 wird kommen. Wir müssen sie gestalten“, zitiert die „WAZ“ Andree Jorgella, Geschäftsführer der IG Metall Siegen. Industrie 4.0 sei zu einem zentralen Stichwort der Zukunft der Arbeit geworden.

… oder doch lieber Arbeit 4.0?

Dennoch gefalle Referentin Karla Kleinhempel der Begriff Arbeit 4.0 deutlich besser. Für die Expertin der Technologieberatungsstelle beim DGB NRW müsse nicht die Technik, sondern der Mensch im Mittelpunkt stehen. Betriebsräte müssten die Digitalisierung der Arbeitswelt mitgestalten, sich ändernde Arbeitsbedingungen im Interesse der Beschäftigten beeinflussen.

Neue Berufsbilder

Als ein Beispiel nennt Kleinhempel die Formulierung neuer Berufsbilder. Viele weitere Beispiele gebe es auch auf betrieblicher Ebene wie die weltweite Vernetzung von Arbeitskräften. Sie führe zu flexibleren Arbeitszeiten und bis hin zur Verschiebung von Kernarbeitszeiten. „Anrufe aus den USA kommen nicht vor 16 Uhr“, konkretisierte es ein Arbeitnehmervertreter.

Gesundheitliche Aspekte

Mehr Mitsprache hält dem Bericht zufolge die IG Metall Siegen auch bei gesundheitlichen Aspekten im Zusammenhang mit der Zukunft der Arbeit für notwendig. Ständige Erreichbarkeit und die Entgrenzung von Arbeit und Freizeit führen für sie zu mehr Stress und psychischen Belastungen. Damit befassten sich zwei Foren. Andrea Faller vom AMZ Siegen betonte in „Veränderungen in der Arbeitswelt“, wie wichtig es ist, sich in Zeiten steigender Flexibilität abgrenzen zu können.

Forderungen der Jugend

Eng mit der Digitalisierung der Arbeitswelt und ständigen Veränderungen hängen die Bedürfnisse und Forderungen der Jugend zusammen. „Ein Hauptaugenmerk liegt auf besserer Bildung und dem Recht auf Weiterbildung“, sagte Sandra Kind von der Jungen IG Metall im IG Metall Vorstand. Hier gebe es, so eine Pressemitteilung der Gewerkschaft dazu, eine große Schnittmenge zwischen jungen Gewerkschaftsmitgliedern und Nichtmitgliedern. „Die Zukunft der betrieblichen Altersvorsorge“ stellte Andreas Rainer von der Metallrente Beratungseinheit vor.

Verständnisses der anderen Seite

In „Die Macht der Zahlen – die Arbeit des Wirtschaftsausschusses“ hob Dr. Frank Havinghorst die Bedeutung des Verständnisses der anderen Seite hervor. Dies sei unerlässlich, um die Interessen der Beschäftigten effektiv zu vertreten, um Risiken und Chancen einschätzen zu können.

Autor: Friedrich Oehlerking (Friedrich Oehlerking ist erfahrener Journalist und berät Betriebsräte bei ihrer Pressearbeit.)

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