15.12.2020

Betriebsbefragungen in der Corona-Krise

Was die Betriebe derzeit für den Arbeits- und Infektionsschutz leisteten, sei beeindruckend. Dieses Fazit zieht die Bundesanstalt für Arbeitsschutz (BAuA) im Zusammenhang mit der Bekanntgabe des Berichts „Betrieblicher Arbeitsschutz in der Corona-Krise“, den sie gemeinsam mit dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) erstellt hat. Erfreulich sei auch, dass bei 98 Prozent der Betriebe an der Entwicklung und Umsetzung der spezifischen Arbeitsschutzregelungen sogar die Geschäftsleitung beteiligt war. Dabei wurde eine Vielzahl der Empfehlungen aus der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel umgesetzt.

Wie verändern sich die Herausforderungen?

Betriebsbefragungen während der Corona-Epidemie sollen möglichst regelmäßig vorgenommen werden. Diese Aufgabe stellen sich das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) um festzustellen, wie sich die Herausforderungen und betrieblichen Maßnahmen im Lauf der Zeit verändern und wo möglicherweise Unterstützungsbedarf besteht.

Welche betrieblichen Maßnahmen werden durchgeführt?

Ein Blick auf die Wirtschaftszweige zeigt, dass Unternehmen bei der Auswahl ihrer Maßnahmen differenziert und tätigkeitsbezogen vorgehen. So nutzen beispielsweise Beschäftigte im Bereich „Information und Kommunikation“ mit 72 Prozent überdurchschnittlich oft Telearbeit und Homeoffice. In Bereichen mit vielen persönlichen Kontakten, beispielsweise „Gesundheit und Sozialwesen“ oder „Gastgewerbe, Kunst, Unterhaltung und Erholung“, setzen über 90 Prozent der Betriebe Mund-Nasen-Bedeckungen als Schutzmaßnahme am Arbeitsplatz ein.

Mit 88 Prozent stehen Maßnahmen, um die Handhygiene zu verbessern, an erster Stelle. Zudem haben 58 Prozent der Betriebe die Reinigungsintervalle für gemeinsam genutzte Räume und Arbeitsmittel verkürzt. Hohe Umsetzungswerte zeigen sich auch bei Maßnahmen, die auf allgemeine Verhaltensregeln abzielen, wie die Nies- und Hustenetikette oder das Fernbleiben vom Arbeitsplatz bei erkältungsähnlichen Symptomen. Über 80 Prozent der befragten Betriebe geben an, entsprechende Verhaltensregeln eingeführt und die Beschäftigten darüber informiert zu haben. Darüber hinaus haben 29 Prozent der Betriebe Maßnahmen für besonders schutzbedürftige Beschäftigte ergriffen und 22 Prozent Maßnahmen, die eine individuelle Belastung, etwa durch erhöhte Arbeitsintensität, berücksichtigen.

Weitere Informationen der BAuA

Wenn Sie sich näher informieren wollen, dann lesen Sie den Bericht der BAuA Betrieblicher Arbeitsschutz in der Corona-Krise

Autor: Werner Plaggemeier (langjähriger Herausgeber der Onlinedatenbank „Personalratspraxis“)