News | Betriebliches Gesundheitsmanagement
13.10.2016

Betriebliches Gesundheitsmanagement beugt Langzeitarbeitslosigkeit vor

Ist der Mitarbeiter gesund, freut sich der Chef. Beim betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) sind auch Betriebsräte gefragt. Damit leisten sie einen Beitrag zur Vorbeugung von Arbeitslosigkeit. Institute für BGM können bei der Umsetzung helfen – wie das in Jena eröffnete Integralis.

Institut BGM© bilddesigner /​ fotolia.com

Betriebliches Gesundheitsmanagement. Jenas erstes Institut für betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) ist am Göschwitzer Ernst-Ruska-Ring 12 in Betrieb gegangen. Es nennt sich „Integralis“ und ähnelt auf den ersten Blick in seine Räume einem Fitnessstudio, berichtet die „Ostthüringer Zeitung“.

Beratung zum Gesundheitsmanagement

Doch ist Integralis weit mehr als das. Neben Beratung zum Gesundheitsmanagement gehört dazu dem Bericht zufolge neben der Analyse der Gesundheitsdaten eines Betriebes und einem gesundheitssportlichen Training die Schulung der Mitarbeiter. Die Einstellung des Arbeitsplatzes und gesunde Ernährung sind ebenso Themen wie das Abstellen von Belastungen, die zu Berufskrankheiten führen können.

Eine in Göschwitz so bisher nicht vorhandene Ruhezone finden Mitarbeiter in einer Ambientekabine. Dort gibt es Rückenmassagen auf einem Wasserbett. Düfte und Geräusche wie an karibischen Stränden liegen im Raum. Entspannung bietet eine Airzone. Sie soll durch Effekte des Höhentrainings eine Tiefenentspannung bewirken.

Zufriedene Mitarbeiter sind seltener krank

Integralis wirbt vor allem mit der Erkenntnis, dass zufriedene und ausgeglichene Arbeitnehmer weniger häufig krank werden und sich stärker für ihre Betriebe engagieren. Dies wiederum könnte sich positiv auf die Entwicklung der Zahlen von Hartz-IV-Beziehern auswirken.

Gesundheitliche Einschränkungen gehören neben Langzeitarbeitslosigkeit, mangelnden Deutschkenntnissen, Fehlen eines Berufsabschlusses und Betreuungspflichten im Rahmen der Kindererziehung zu den größten Hindernissen für Hartz-IV-Empfänger auf der Suche nach einer bedarfsdeckenden Beschäftigung. Das zeigt eine aktuelle Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit (BA).

Faustregel: Mit jedem Hemmnis sinken Chancen auf Hartz-IV-Ende

Mehr als drei Viertel der Hartz-IV-Empfänger weisen mindestens zwei dieser Hemmnisse auf, fast die Hälfte sogar drei oder mehr. „Als Faustregel kann gelten, dass sich mit jedem Hemmnis die Abgangschancen aus Hartz IV halbieren“, erklären die Arbeitsmarktforscher Jonas Beste und Mark Trappmann.

Ein schlechter Gesundheitszustand ist mit 45 Prozent das zweithäufigste Hemmnis für die Aufnahme einer bedarfsdeckenden Beschäftigung, nach Langzeitleistungsbezug mit zwei Drittel der erwerbsfähigen Hartz-IV-Empfänger und gefolgt vom Fehlen eines Berufsabschlusses mit 40 Prozent.

Können Hemmnisse abgebaut werden, beispielsweise durch eine Verbesserung des Gesundheitszustands, stiegen auch die Chancen für die Aufnahme einer bedarfsdeckenden Beschäftigung erheblich, betonen die Forscher.

Autor: Friedrich Oehlerking (Friedrich Oehlerking ist erfahrener Journalist und berät Betriebsräte bei ihrer Pressearbeit.)

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