News | Personalrat
23.06.2016

Beschäftigte mit Migrationshintergrund in der Bundesverwaltung

Die Migrationsbeauftragte der Bundesregierung stellte Ende Mai 2016 den Ergebnisbericht zur Erhebung des Anteils von Beschäftigten mit Migrationshintergrund in Bundesbehörden vor. Er wurde von dem Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung in Wiesbaden erstellt. Pressemeldungen aus Baden-Württemberg erwecken einen anderen Eindruck.

Migrationshintergrund© Monkey Business /​​​​​​​​​​​ Artikelnummer 170083559 /​​​​​​​​​ ​​​​​​Thinkstock

Ziel der Studie war es, erstmals eine valide statistische Datenbasis und ein verlässliches Instrument zur Untersuchung des Anteils, der soziodemografischen Struktur sowie der Erwerbssituation der Beschäftigten mit Migrationshintergrund in der Bundesverwaltung zu schaffen. Hierfür haben sich zwischen Dezember 2014 und Oktober 2015 insgesamt 24 Behörden der Bundesverwaltung – davon 13 Bundesministerien, die Bundeswehr sowie zehn weitere Bundesbehörden – an einer Befragung der Beschäftigten beteiligt. Insgesamt wurden 57 Prozent des gesamten Personals des öffentlichen Dienstes des Bundes befragt. Im Kontext der interkulturellen Öffnung der Bundesverwaltung bilden die Ergebnisse der Studie eine Grundlage für die Entwicklung von Personalentwicklungsstrategien.

14,8 Prozent Beschäftigte mit Migrationshintergrund

  • Der Anteil der Beschäftigten mit Migrationshintergrund in der Bundesverwaltung liegt bei 14,8 Prozent. Im Vergleich zum Anteil der abhängig Beschäftigten in der Privatwirtschaft von 20,1 Prozent sind Personen mit Migrationshintergrund in der Bundesverwaltung unterrepräsentiert.
  • Unter den Beschäftigten mit Migrationshintergrund finden sich eher junge Frauen, sie gehören mehrheitlich der zweiten Generation von Migrantinnen und Migranten an.
  • Beschäftigte mit Migrationshintergrund arbeiten häufiger in Ausbildungsverhältnissen und sind seltener unbefristet beschäftigt.
  • Höhere Laufbahngruppen sind seltener bei Beschäftigten mit Migrationshintergrund, sie sind zudem nicht so häufig verbeamtet.

Die Befunde zeigen allerdings auch, dass sich die Beschäftigung von Personen mit Migrationshintergrund teilweise deutlich zwischen den einzelnen Behörden unterscheidet. Aufbauend auf den Ergebnissen formuliert der Bericht Empfehlungen zur methodischen und inhaltlichen Weiterentwicklung der Befragung als auch zur Untersuchung der interkulturellen Kompetenz der Bundesverwaltung.

Nach einer Meldung von Regio-News.de aus Karlsruhe vom 7.6.2016 stehe das Land Baden-Württemberg im nationalen Vergleich mit einer Migranten-Quote von 13,5 Prozent an der Spitze der deutschen Bundesländer. Die Landesregierung will die baden-württembergische Landesregierung künftig noch mehr Menschen mit Migrationshintergrund beschäftigen.

Wer aber weiß, dass in Deutschland die Länder die eigentliche Verwaltungszuständigkeit für den öffentlichen Dienst laut Grundgesetz besitzen, wird sich fragen, weshalb der Bund einen höheren Anteil an Beschäftigten mit Migrationshintergrund hat.

Autor: Werner Plaggemeier 

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